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[thing-group] Received 30. 06. 2007 18:23 from from

mein ivi - dein ivi - unser ivi

Ich steh ja solchen Projekten wie Ivi grundsätzlich positiv gegenüber.

Was mich aber abstösst, ja geradezu verschreckt ist der Umgang mit
Sprache. Wenn hier von "Freiräumen" die Rede ist, dann darf die Sprache
nicht ausgenommen sein.

Sätze aber wie der folgende sind in ihrer Formelhaftigkeit wie in ein
Korsett gebunden:

> Angesichts der sich verschärfenden prekären Verhältnisse innerhalb
des > kapitalistischen Normalzustandes erscheint es heutzutage mehr denn
je > notwendig, Alternativen zu eben diesem zu entwickeln.

Das hätte Christian Klar wahrscheinlich ebenso geschrieben.

Ich empfehle dagegen zur Lektüre Richard Rorty. Dieser mahnt in seinem
Buch "Kontingenz, Ironie und Solidarität" "näher an den Worten, als an
den Dingen" zu bleiben.



zora krasnova schrieb:

>
>
> Angesichts der sich verschärfenden prekären Verhältnisse innerhalb des kapitalistischen Normalzustandes erscheint es heutzutage mehr denn je notwendig, Alternativen zu eben diesem zu entwickeln. Ein Versuch, diesen Verhältnissen etwas Emanzipatorisches entgegen zu setzten, kann zum Beispiel die Schaffung und Erhaltung von progressiven Freiräumen sein. Diese sind im besten Fall offen für Alle, indem sie niemanden ausschliessen und sich in ihnen zu bewegen für Jede erschwinglich ist. Darüber hinaus existiert hier ein Raum für kritisches Denken, welcher im alltäglichen Leben kaum noch vorhanden ist. Eine Symbiose von Theorie und Praxis würde einen Ort erschaffen, in dem kein Platz für Rassismus, Sexismus, Faschismus, Antisemitismus und anderen Übeln der gesellschaftlichen Gesammtscheiße ist. Natürlich sind wir uns im Klaren darüber, dass eine solche Form des Umgangs miteinander nahezu utopisch ist und jegliche Art von linken Freiräumen bisher noch
> immer in dem einen oder anderen Fall hinter ihren eigenen Idealen zurückgeblieben ist. Daher gilt es, diese Freiräume niemals als abgeschlossenen Prozess zu betrachten, sondern sie immer wieder aufs Neue zu hinterfragen.
> Auch im Institut für vergleichende Irrelevanz [IvI] in Frankfurt am Main wird täglich versucht, einen solchen Raum für gesellschaftlich irrelevantisierte Menschen zu schaffen und zu erhalten. Das IvI wurde am 3.12.2003 gegründet, mit der Besetzung des ehemaligen Anglistik/ Amerikanistik- Instituts der Johann Wolfgang von Goethe Universität. Seither finden dort regelmässig Veranstaltungen, wie Tutorien, Lesekreise, Kneipenabende, Parties, Filmabende, die Gegen-Uni und vieles mehr statt. Es wird der Versuch unternommen, einen Ort zu etablieren, an dem Reflexion und Selbstverständigung darüber stattfinden kann, wogegen sich Kritik und Proteste richten; also einen Raum für Theorie über die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen wir leben. Den allgemeinen gegenwärtigen Trend, dass linke Freiräume immer stärker bedroht sind, bekommt auch das IvI zu spüren. Die Universitätsleitung, die das Gebäude offiziell noch besitzt, versucht den Kramer-Bau,
> welcher als Kulturdenkmal eingestuft ist und somit nicht abgerissen werden kann, zu verkaufen. Da es sich als schwierig erwies, einen geeigneten Käufer zu finden, beauftragte die Universitätsleitung eine Beraterinnenfirma namens DU Diederichs, welche seither versucht, den bestehenden Denkmalschutz aufzuweichen, bzw. einen Abriss durchzusetzen.
> Angesichts dieser immer bedrohlicher werdenden Entwicklungen rufen wir am 30.6. dazu auf, mit uns für den Erhalt von emanzipatorischen Freiräumen aller Art, und speziell dem des IvI` s, auf die Strasse zu gehen.
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> In diesem Sinne: Ich geb` dir gleich Räumung!
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> Critical thinking defence forces
> Unterstützer_innen: AStA Uni Frankfurt, Fachschaftsrat Gesellschaftswissenschaften, DemoPunk, Nitribitt, Bohei, sinistra! ? Radikale Linke, AStA FH Frankfurt, gruppe frankfurter kranz, Infoladen Heidelberg im Café Gegendruck, CONNECTA - Music, Mind & Politics, Freundinnen und Freunde der deutschen Kapitulation, Ladyfest_ffm, Republik Bockenheim, K-Schön, ALICE-PROJECT - The Drug and Culture-Project, Bibibi, Diskus - Frankfurter Studierendenzeitschrift, THEORIE-PRAXIS-LOKAL, Autonomes Zentrum Heidelberg (im Exil), g8m [ffm/brln/ny], STERNECK.NET - Kultur & Veränderung, unlike, Diskogruppe Jean Provocateur, Beatpunk Redaktion, Autonome Antifa [f], Linke Liste (LiLi), Demokratische Linke (DL), Jugendantifa Frankfurt, Autowerk Frankfurt, Institut für Hand- und Kopfarbeit, Hedonistische Internationale ? Sektion Frankfurt am Main
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