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[thing-group] Received 23. 05. 2006 20:52 from from

Wörterbuch des Krieges beginnt am 2./3. Juni in Frankfurt

WÖRTERBUCH DES KRIEGES
Ein Projekt von Unfriendly Takeover & multitude e.V.
In Zusammenarbeit mit der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste
- Städelschule, Frankfurt

Fr., 2. Juni 2006, 16 – 23 Uhr
Sa., 3. Juni 2006 , 14 – 23 Uhr
Städelschule, Dürerstr. 10, 60596 Frankfurt/Main


"Begriffe erschaffen heißt zumindest, etwas zu tun."
(Deleuze/Guattari)

Der neue Krieg, postmoderner Krieg, globaler Krieg - fast jede
größere miltitärische Operation in den letzten 15 Jahren ging einher
mit einer Debatte über das vermeintlich neue Wesen des Krieges. Doch
spätestens mit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist der
Kriegszustand zum Normalzustand geworden. Fünf Jahre globaler
Kriegszustand haben die Welt so grundlegend verändert, dass das
Ausmaß der Umbrüche nach wie vor nur schwer zu begreifen ist.
Das WÖRTERBUCH DES KRIEGES ist eine kollaborative Plattform zur
Herstellung von 100 Begriffen zum Thema Krieg, die in vier
zweitägigen Ausgaben in Frankfurt, München, Graz und Berlin mit
jeweils 25 Beiträgen von Wissenschaftlern, Künstlern, Theoretikern
und Praktikern gebildet und präsentiert werden: Als Vorträge,
Performances, Filme, Slideshows, Lesungen, Konzerte in streng
alphabetischer Reihenfolge als Marathon-Diskurs.
Von ABC-Waffe bis Zivilbevölkerung, von Fallschirminvasion bis Facts
on the Ground, von Kartoffel bis Kollateralschaden, von Infowar bis
Radarüberwachung, von Heimweh bis Widerstand.
So werden Schlüsselbegriffe neu geschaffen, die in den aktuellen
Auseinandersetzungen um Krieg und Kriege entweder bereits eine
bedeutende Rolle spielen, bislang vernachlässigt wurden oder erst
kreiert werden müssen. Das WÖRTERBUCH DES KRIEGES dient der
Auseinandersetzung mit einer Wirklichkeit, die davon geprägt ist,
vorhandene Machtverhältnisse desto stärker zu verschleiern je mehr
über Krieg und Frieden geredet wird. Ziel des Projektes ist es, die
Neubildung oder Umdeutung von Begriffen als mehr oderweniger offene
Prozesse transparent zu machen, in die durchaus auf die
unterschiedlichsten Arten zu intervenieren ist.

"Begriffe erschaffen heißt zumindest, etwas tun." Die Idee des
WÖRTERBUCH DES KRIEGES bezieht sich auf die von Gilles Deleuze und
Felix Guattari vorgeschlagene Theorie der Begriffsbildung: Begriffe
fallen nicht vom Himmel, sondern müssen stets von neuem erfunden,
erschaffen, hergestellt werden; Begriffe verweisen auf Probleme, ohne
die sie keinen Sinn hätten. Es geht nicht um Definitionen, Anekdoten,
originelle Meinungen oder Unterhaltsames, sondern darum, die
Werkzeuge zu entwickeln, mit denen zu neuen Gedanken zu gelangen ist.

Parallel zur performativen Realisierung des WÖRTERBUCH DES KRIEGES
werden die Begriffe im Internet als Videomitschnitte dokumentiert und
zur Diskussion gestellt. Abschließend erscheint außerdem im Merve-
Verlag eine tatsächliche Buchversion.

Zur Frankfurter Ausgabe des WÖRTERBUCH DES KRIEGES sind eingeladen:
Die Künstlergruppe Apsolutno aus Novi Sad; die Audiokünstler von
Battery Operated aus Montreal; die taiwanesische Künstlerin Shu Lea
Cheang; die Londoner Architektin Celine Condorelli; Faz-Feuilleton-
Redakteur Dietmar Dath; die Choreographen Kattrin Deufert & Thomas
Plischke von der Frankfurter Küche die Filmemacherin Azza El-Hassan
aus Ramallah; der Berliner Kurator Anselm Franke; das schwedische
Künstlerduo Carl Michael von Hausswolff und Thomas Nordanstad; die
Künstlergruppe International Festival aus Brüssel und Stockholm; der
in Beirut lebende Medienaktivist Manse Jacobi; der österreichische
Musiker Christof Kurzmann; Filmemacherin Angela Melitopolous aus
Köln; der Militärwissenschaftler Simon Naveh aus Tel Aviv; der Kölner
DJ Hans Nieswandt; John Palmesino, Mitbegründer der Architektengruppe
Multiplicity; der rumänische Zeichner und Konzeptkünstler Dan
Perjovschi, der niederländische Theaterregisseur Jan Ritsema; die
Kunsttheoretikerin Irit Rogoff, Professorin am Goldsmith College
London; die Soziologin Saskia Sassen, Professorin in Chicago; Autor
Nicolas Siepen aus Berlin; der in Paris lebende israelische
Filmemacher Eyal Sivan; Rob Stone, Theoretiker aus London; der
Frankfurter Philosoph Matthias Vogel; der New Yorker Architekt Srdjan
Jovanovic Weiss; der in London lebende Architekt Eyal Weizman; die
Architektin Ines Weizman aus London; der Berliner Schriftsteller Raul
Zelik; der Filmemacher Zelimir Zilnik aus Novi Sad.

Im Anschluss am Samstag: DJ Hans Nieswandt


Eintritt: 10 Euro (für beide Tage)

Ausführliche Informationen unter:
www.dictionaryofwar.org
www.unfriendly-takeover.de/f22.htm

Eine Ko-Produktion mit dem steirischen herbst 2006
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes




Teilnehmer der weiteren Ausgaben:

Eric Alliez (F) / Konrad Becker (DE) / Franco Bifo Berardi (I) /
Ulrich Broeckling (DE) / Diedrich Diederichsen (DE) / Jan
Diestelmeyer (DE) / Tim Etchells (GB) / Harun Farocki (DE) / Peter
Fend (D) / Heiner Goebbels (DE) / Michael Krebber (DE) / Xavier Le
Roy (DE/FR) / Lawrence Liang (IND) / Sylvere Lotringer (US/FR) /
Geert Lovink (NL) / Naeem Mohaiemen (US/BD) / Toni Negri (IT) / Armin
Petras (DE) / René Pollesch (DE) / Raqs Media Collective (IND) /
Rimini Protokoll (Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel) (DE/
CH) / Georg Seeßlen (DE) / Klaus Theweleit (DE) / Ultrared (US) /
Joseph Vogl (DE) / Peter Weibel (AT) u.v.a.

Weitere Termine:

- München (Muffathalle): 22. - 23. Juli 2006
- Graz (steirischer herbst): 13./14. Oktober 2006
- Berlin: Januar/Februar 2007


Kontakt für die Frankfurter Ausgabe:

Unfriendly Takeover
www.unfriendly-takeover.de
info [at] unfriendly-takeover [dot] de

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