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[idw] Helden und Hexen sind die beliebtesten "Medienfreunde" vonKindern]

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Fachhochschule Stuttgart, Hochschule der Medien, Kerstin Lauer,
14.12.2004 10:44

Helden und Hexen sind die beliebtesten "Medienfreunde" von Kindern

Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für angewandte
Kindermedienforschung der Hochschule der Medien Stuttgart

Helden, starke Kämpfer und Magier sind die beliebtesten Medienfreunde
von Jungen in Deutschland. Mädchen identifizieren sich vorrangig mit
Hexen, Zauberern oder Feen. Kennen gelernt haben sie ihre
Medienfreunde vor allem im Fernsehen. Das hat eine Untersuchung des
Instituts für angewandte Kindermedienforschung (IfaK) der Stuttgarter
Hochschule der Medien im Wintersemester 2003/2004 ergeben. Die
Medienforscher haben 1246 Kinder im Alter von drei bis 13 Jahren,
darunter 650 Mädchen, nach ihren Lieblingsmedienfiguren gefragt. Die
Befragung wurde in Stuttgart, umliegenden Mittel- und Kleinstädten in
Bibliotheken, Schulen und Kindertagesstätten durchgeführt.

Da Kinder heute auf eine Vielzahl von Medienangeboten zugreifen
können, teilen sich ihre Vorlieben auf eine beeindruckend große Zahl
von Mediencharakteren auf: Jedes zweite Kind (660) nannte eine andere
Lieblingsfigur. Etwa drei Viertel der Charaktere wurden nur einmal
oder von maximal zwei Kindern genannt. Favoriten der drei bis
13-Jährigen sind Harry Potter und Bibi Blocksberg, gefolgt von Harrys
Freundin Hermine, Pippi Langstrumpf und Yu-Gi-Oh.

Für 35 Prozent der Jungen sind Helden und starke Kämpfer die Figuren,
an denen sie sich orientieren. Danach kommen Zauberer und Magier, vor
Fussballspielern, Hitparaden- und Hollywood-Stars. Schräge Figuren wie
"Bernd das Brot" oder "Sponge Bob" werden nur im Einzelfall als
Identifikationsobjekt genutzt und eher als Freunde gewünscht. Mit
Vatertypen wie Peter Lustig identifizieren sie sich nur selten.
Mädchen orientieren sich vorrangig an Hexen oder Feen (40 Prozent).
Klassische Mädchenbuchcharaktere wie "Hanni und Nanni" wurden deutlich
zurückgedrängt. Hitparaden-Stars oder die Hauptdarstellerinnen von
Soaps wie etwa Jeannette Biedermann oder Yvonne Catterfeld nennen 15
Prozent der Mädchen als Lieblingsfiguren. Mit Kämpferinnen oder
mütterlichen Typen identifizieren sie sich fast nie. Auch
Sportlerinnen, schräge Figuren wie "Mr. Bean" oder kluge Frauen werden
nur im Einzelfall genannt.

Kennen lernen die Jungen und Mädchen ihre Freunde vor allem im
Fernsehen. Etwa 30 Prozent der Lieblingsfiguren stammen aus
Kinderserien, zum Beispiel "Sabrina" oder "Bob der Baumeister",
"Wickie" und "Pippi Langstrumpf" oder "Yu-Gi-Oh". Zehn Prozent kommen
aus Disney-Filmen ("König der Löwen") oder aus Vorabendserien, wie
"Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Ebenfalls zehn Prozent stammen aus
Star-Such- und Casting-Formaten, Musik-Clips und Shows. Aber auch in
Büchern entdecken zehn Prozent der Kinder ihre Lieblingsfiguren. Neben
"Harry Potter" werden "Felix der Hase" oder "Der kleine Eisbär"
genannt. Hörspielserien sind dagegen weniger wichtig (sieben Prozent).

"Kinder finden heute ein größeres Medienangebot vor und differenzieren
stärker aus", erklärt Professor Dr. Horst Heidtmann,
geschäftsführender Leiter des IfaK und verantwortlich für die Studie.
Deshalb seien Kinder- und Jugendbibliotheken gefordert, die Interessen
ihrer Nutzer vermehrt zu berücksichtigen und sich an den aktuellen
Trends zu orientieren, so Heidtmann weiter. Wenn sie attraktiv sein
wollten, müssten sie alle populären Medien und Formate anbieten.
Auffallend fanden die Stuttgarter Forscher auch die deutlich
gestiegene Beliebtheit von Hexen und Zauberern.
"Omnipotenzvorstellungen können heute möglicherweise intensiver
ausgelebt werden und auch die bei Kindern ohnehin angelegten Neigungen
zum Narzissmus eher bestärken als kognitive oder soziale Kompetenzen
zu fördern", vermutet der Kindermedienexperte.

Weitere Informationen zur Untersuchung stehen auf der Internetseite
des IfaK unter www.ifak-kindermedien.de zur Verfügung.

Kontakt:
Professor Dr. Horst Heidtmann, Geschäftsführender Leiter des Instituts
für angewandte Kindermedienforschung (IfaK)
Telefon: 0711 / 257 06 165
Telefax: 0711 / 257 06 303
E-Mail: heidtmann [at] hdm-stuttgart [dot] de

Arten der Pressemitteilung:
Forschungsergebnisse
Studium und Lehre

Sachgebiete:
Gesellschaft
Medien und Kommunikation
Pädagogik
Sprache und Literatur

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.ifak-kindermedien.de
http://www.ifak-kindermedien.de/heidtmann.htm
http://www.hdm-stuttgart.de

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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule der Medien
0711 685 83 88
presse [at] hdm-stuttgart [dot] de

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