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[thing-group] Received 03. 06. 2005 -- 09:58 from from

Fwd: Re: Ant: Re: Ant: Re: Ant: Re: Ant: aus f ür atelier frankfurt?



stefan beck:

>Aber, ich kann nicht verstehen, wie die Landesregierung wegen 50.000 euro
>das ding ins nirvana schicken will, wenn sie gerade auf mehr kultur setzen
>will. Möcht wissen wass die herren gutachter Stölzl und Päffi allein für
>ihre gutachten bekommen haben....
>
>Leuchttürme will man in Frankfurt haben. Aber damit meinen sie dann
>ausgelutschte institutionen wie Schirn, MMK, Städel etc.
>Millionengräber sind das.
>
>Bürger sollen eigeninitiative zeigen. Wenn einer was macht, und es klappt
>nicht, dann sagen sie von oben Danke, das wars. Pfui!

janaklarsoistdaseben. ich muss sagen, stefan, ich wundere mich ein
bisschen, warum du auf einmal so entsetzlich betroffen bist. oder hast du
eine ironische phase? das ist doch nun wirklich nichts neues und läuft doch
immer oder zumindest oft so, ob nun bei künstlern, im sozialen bereich, bei
ökoinitiativen oder sonstwo. sogar in der wirtschaft. recherchier doch mal
die kürzungen und schließungen im sozialen bereich, da werden projekte
dicht gemacht, ohne dass der bedarf, den diese abdecken, wegfiele. d.h.
natürlich, der bedarf muss auch nach schließung befriedigt werden - nur
dann eben teurer. sinnloses business as usual.

natürlich will man leuchttürme, die etwas einbringen und bei den
standortüberlegungen internationaler unternehmen wird unter kulturellem
umfeld eben ein moma oder eine schirn verstanden und nicht irgendwelche
leute in irgendwelchen zwischennutzungen die irgendwelche dinge machen, die
einem so wenig gefallen wie der mist in der schirn, die sich aber von
diesem vor allem dadurch unterscheiden, dass ihr wert noch nicht bestimmt ist.

und dann scheint mir, dass sogar in dem fr-text die internen streitigkeiten
durchschimmern, die, afaik, auch hier vor rund einem jahr mal thema waren,
oder? die soll man doch bitte nicht unter den tisch kehren (thx tante
anny). ich meine mich zu erinnern, bin aber zu faul zum suchen jetzt, dass
schon vor einweihung des a.f. intern darüber gestritten wurde, dass die
finanzierung so nicht laufen kann usw. und wenn man mietet, wie besehen und
sich dann hinterher die mietzahlung sparen will über renovierungskosten,
scheint mir das vorher wenig durchdacht worden zu sein. als externer
beobachter muss ich sagen: das wirkt naiv.


>From: best of nichts vol.7.635 <tilman [at] onomastik [dot] de>
>
>das ist doch die basis des ganzen systems. alles kann nur von oben nach
>unten definiert und organisiert werden

wer genau ist das system?

>man beauftragt enthusiasten

wer ist man?

>der nomenklatura

wer die nomenklatura?

>und schon kann das establishment sagen: seht ihr; hat wieder nix gebracht.
>aber
>wir hamms probiert!

und wer das establishment? immer noch die leute, die zwei mal mit der
gleichen pennen wie anno 68? mir geht dieser dualismus von wir hier unten -
die da oben ein bisschen auf den zeiger. das ist so dermaßen antifa, dass
kann man gar nicht sagen. haben nun die kulturheuschrecken das arme
atelierfrankfurt ausgesaugt oder wie? sommereinzug scheint nicht gut fürs
differenzierungsniveau, wir sollten lieber wieder übers ficken hetzen. da
verstehen wenigstens die meisten was von, oder?

>schade nur, dass immer wieder leute auf diese zuckerstückchen des
>systems reinfallen, anstatt sich wirklich privat zu organisieren
>(=finanzieren). ein privater investor schreibt sein engagement nämlich
>nicht beim ersten "rückschlag" komplett ab, sondern versucht, sein
>engagement ggf. durch zuschiessen weiteren kapitals zu festigen.
>natürlich nicht aus altruistischen überlegungen, sondern völlig
>eigennützig.

ja, absolut. auch wenn das für einen linksruck-orientierten antifa
vielleicht nach marktfetischismus klingt, klingt das für mich vor allem
nach autonomie und danach, selbst über möglichst weite teile seiner
produktion und reprodukltion bestimmen zu wollen. das schließ das abgreifen
irgendwelcher förderungen von irgendwelchen sozial- oder kulturämtern und
arbeitsagenturen und hertiestiftungen selbstredend nicht aus, aber bemüht
sich darum, UNABHÄNGIG so weit wie möglich zu sein. sounds sympa.

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