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[thing-group] Received 21. 06. 2011 07:09 from from

Re: Kunst des Verkaufens

Lieber Stefan,

auf jeden Fall sollte man die formulieren. Ich glaube nur, daß viele einfach null Interesse daran haben und letztendlich dann doch lieber Porsche fahren wollen. Ähnlich verhielt es sich ja mit der Altlinken aus FFM. Jede Veränderung, jeder Protest reibt sich zuerst an dem Bestehenden um dann darin aufzugehen und trotz allem eine kleine Veränderung zu bewirken.
So sehe ich das mitlerweile.

Echte Kunst scheint also nicht unbedingt etwas mit Geldwerter Leistung zu tun.
Was Du machst, ist Tausch und Austausch von Informationen. Und was ist Geld? Auch nur ein mutiertes Tauschmittel. Mehr nicht. Ein Versprechen, ein Bon, der vermeintliche Gegenwert zu einer Leistung, der aber mehr als Grenzmittel (für gesellschaftliche Schichten) genutzt wird als alles andere.

Ich bin froh, einer der drei User zu sein :-).


Beste Grüße

Helge

Am 20.06.2011 um 15:12 schrieb Stefan Beck:

> Lieber Helge,
>
> es gibt kein außerhalb Systems? Könnten wir nicht wenigstens
> Alternativen formulieren?
>
> Neulich auf der Diskussion zu Kunst und Geld erklärte der Florian
> Heinke, es käme nur darauf an, den richtigen Kurator und den richtigen
> Galeristen zu finden.
>
> Niemand hat dagegen protestiert. Vielleicht, weil alle dachten, wie
> wahr, und warum gelingt mir das nicht???
>
> > Das einzige was uns bleibt ist die Karikatur einer Marke zu werden.
>
> Ja, so komm ich mir auch manchmal vor, wenn ich über Thing Frankfurt bei
> diversen Internet-Stammtischen spreche. Bemitleidenswerte Blicke und
> Kommentare ernte.
>
> Der "Depp", macht das schon 15 Jahre, verdient kein Geld und hat 3 User,
> die mit ihm diskutieren.
>
> Grüße
> Stefan
>
> > Offen gesprochen gibt es kein außerhalb des Systems. Auch Kunst will und muß sich innerhalb dieses Systems verkaufen. Deshalb Galerien (die vermeintlich erfolgreichen sind samtsonders Banken bzw. Kapitalgesteuert, zumindest dem Umfeld der geldverwaltenden Unternehmen zuzurechnen).
> >
> > Kunst hätte die Power, das System zu ändern da es tatsächlich die einzig revolutionäre Kraft ist die mit humanen Mitteln über einen längeren Zeitraum Veränderungen vornehmen kann ohne daß sich Leute gleich den Schädel einschlagen müssen. Sie darf es aber nicht, da ihr zu viele systemimanente (?) und systemaufrechterhaltende Lobbies entgegenstehen.
> >
> > Urnenbemalenende Graffitikünstler sind genau dieses Ergebnis:
> > Wenn Du verdienen willst, bleibe in der Reihe und erstelle nutzbares. Marx hatte es dabei auf den Punkt gebracht.
> >
> > Wir alle selbst sind zu Marken verkommen die sich selbst und ihr vermeintliches Produkt pushen sollen, da es angeblich keinerlei Ausweg gibt (The only way is up-ein schöner song aus den gloreichen Zeiten von Yazz). Das einzige was uns bleibt ist die Karikatur einer Marke zu werden. Das hat Graffitiwriting schon früh begriffen und die gleichen Mechanismen entwickelt. Mark yourself on the society.
> >
> > Tja, nun viel Spaß.
> >
>
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