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[thing-group] Received 12. 11. 2009 16:14 from from

Re: Kunst als Ambiente - die Wirklichkeit in Frankfurt

Lieber Brentis,

ich kann Dir da nur zustimmen.

Ich glaube, daß die Zuspitzung von Kunst auf Kunstbetrieb (eine lange
Entwicklung, die durchaus ihren Sinn hat) dazu führt, daß die meisten
Künstler nur noch in diesem Kunstbetrieb irgendwie funktionieren müssen.

Das Unbehagen an dieser Situation führt dann möglicherweise zu solchen
Veranstaltungen, die vordergründig etwas klären wollen, es aber aus
unterschiedlichen Gründen (eigene Verstrickung?) nicht zustande bekommen.

Keine bunten Bilder?

Das hatte ich letztes Jahr schon beim Atelierrundgang. Mein Angebot mit
den Besuchern über Institutionsfürsorge diskutieren zu wollen, fand kein
Echo. Ich glaub ich mal wieder was -:)

Ähnlich ging es einem Bekannten in Hamburg, der einem Galeristen, die
Notwendigkeit von Thing Hamburg erläutern wollte.

Der Galerist: Das ist doch so 80er..., das hatten wir doch durch...


>
> Das übliche Phrasieren von Kuratoren und Kunst-"Kritikern" denke ich.
>
> Immerhin erstaunlich zu betrachten, daß die eigene, ursächliche Haltung
> vieler Kunstschaffenden inzwischen nur noch indirket thematisiert, keinerlei
> Anhaltspunkte mehr liefert, eine wirkliche, sachbezogene Diskussion zu
> führen oder in Gang zu setzen. Das gesammelte Agieren dieser angeblich
> selbstbespiegelnd eingesetzten Kunstbestrebungen tendiert in Richtung
> überflüssiger Ausweglosigkeit?
>
> Ich habe ebenfalls in der Rhein -Neckar-Provinz in den letzten Jahren
> mehrfach Ausstellungen besucht, die von Thematik und Beschreibung her,
> vordergründig Anlass erheischen wollten, tief schürfend über
> gesellschaftlich relevante Verwerfungen und Tendenzen zu diskutieren. Leider
> standen dort die meisten Ausstellungsbeiträge in keiner erkennbaren,
> thematischen Beziehung zu dem in der Einladung angedeuteten, soziologisch,
> sozial-philosophisch, etc. vorgegebenen Thema. Oder alles passte immer
> irgendwo, irgendwie: denn es sind ja "Künstler", die dies und das behaupten,
> .. Alles war wie immer, die gleiche, ähnlich bunten Bilder, oder auch mal
> schwarz/weiß Fotos übermalt mit Kuli, schräge Videos, es blinkte und
> blubberte bisweilen, alle standen herum, ein Drink oder zwei, Smalltalk, ein
> Stelldichein von Freunden und Kollegen.
>
> Keine themenbezogene Diskussion, keine Debatten, kein Aufruf zur Revolution,
> Nichts.
>
> Umgekehrt habe ich in einer Ausstellung in Heidelberg 1998 mit eigene Texten
> und solchen der Frankfurter Schule, Adorno u.a., erleben dürfen, das Leute
> hereinkamen und sagten:
> "Oh da sind ja keine bunten Bilder,..! Was, du willst diskutieren, da bist
> du aber 20 Jahre zu spät dran, wo sind denn die Getränke? … etc."



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