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[thing-group] Received 09. 02. 2010 13:30 from from

Re: Ernst ist das Leben heiter die Kunst

Kunst hat nicht die (r)evolutionäre Kraft (wie Beuys vermutete) um
ein System zu beugen. Kunst spielt sich im Markt ab der Werte ab. Und
dieser angebliche Markt findet in einer kleinen elitären Ebene statt.



LG Bomber


Am 08.02.2010 um 16:29 schrieb ch-ja 12:

> Halo Hr.Beck,
>
> , wenn es darum geht Adorno zu verteidigen, bin immer gern zur
> Stelle.(auch etwas später,..)
> Ich halte es für bemerkenswert und einen positiven Ansicht, die
> Heiterkeit im Leben anzustreben.
> Kunst als Träger auch ernsthafter und auf unsere Lebensumstände
> bezogen, ebenso kritischer Betrachtungsebenen sehe ich durchaus als
> Merkmal ihrer aktuellen Jetzt-Bezogenheit.
> Kunstprodukt und Form als alleinige Ware, als Artikel, als ein
> Einreihen in den Vermarktungsprozess und darin der Wunsch, das
> alles (Machtstreben, Vorteilsdenken, Konkurrenzkampf,..etc.)
> möglichst so weiterlaufen möge, wie bisher, nur das ich/du/er/sie/
> es endlich ebenfalls profitieren darf, das kann es ja wohl nicht
> sein!?
>
> Sein oder Nichtsein/ Haben oder Sein?
>
> Hat der Mann mit dem schwarzen Quadrat (Malewitsch) nicht das Ende
> der Kunst proklamiert? Nach seinem schwarzen Quadrat müsse nichts
> mehr gemalt werden, da darin bereits "alles" enthalten sei? Wie dem
> auch sein möge, so sehe ich ohne eine massives Hinterfragen und
> Beleuchten und Erkennen gesellschaftlich relevanter Lebens- und
> Verwertungszusammenhänge, kaum eine Möglichkeit aus der reinen
> "Künstlerhaltung" heraus, etwas an diesen Lebensumständen zu
> optimieren.
>
> Denn wer nicht im Markt ist, so wie der unbekannte Künstler, der
> ist draußen und der/die existiert nicht. Nicht für die Medien,
> nicht für die Presse, nicht für den Kunstmarkt und die Museen,
> nicht als gesellschaftlich relevante Produktivkraft.
> Kunst muss an einer neuen oder auch ganz alten Form der Kultur und
> Ethik beteiligt sein, einer Form des Miteinanders, welche die
> Menschheitsgeschicke in eine positivere und human verträglichere
> Richtung begleitet und befördert.
> Kunst sollte Menschen erfüllen und begleiten, als Ausdruck ihrer
> lebendigen Kraft (und Freude).
>
> Die aktuell bestimmende Marktwirtschaft lässt uns dazu kaum noch
> Raum, deshalb müssen wir eventuell erst wieder Freiräume (Freu-
> Räume?) dafür schaffen, uns frei artikulieren zu dürfen, ohne Not
> und ohne Zwang zur Warenform.
>
> Warum existiert wohl bisher in Deutschland keine einziger frei
> zugänglicher TV Kanal, der "einfach nur" "freie künstlerische
> Entfaltung" zulässt? Von mir aus nennen wir es: "Blödsinn-TV", ein
> Kanal für kuriose und freie, kritische, nachdenkliche, obskure
> Meinungsäußerung, etwa?
> Mit allereli Informationen und auch ungelenk(t)en Berichten zu
> lebenden Künstlern, die nicht am Markt ausgerichtet sind, etc.
>
> Im Internet gibt es so etwas bereits, na schön! Doch wer bestimmt
> im Land, in der Fläche, die Diskussion? Die etablierten Medien mit
> unsäglichen Shows und Filmchen, etc. und das genau ist es, was
> Menschen noch (nicht weiter-) bewegt.
>
> Kunst muss kommunizieren und dies möglichst öffentlich, sonst
> bleibt sie im Keller oder unter dem Bett liegen.
>
> ----- Original Message -----
> From: Stefan Beck
> To: thing-frankfurt [at] yahoogroups [dot] de
> Sent: Monday, February 01, 2010 10:41 PM
> Subject: [thing-frankfurt] Ernst ist das Leben heiter die Kunst
>
> Hier noch eine spätabendliche Meditation zur Frage, warum es keine
> Solidarität unter Künstlern (Kulturschaffenden) gibt.
>
> Während im "normalen" Leben manches so und manches anders sein kann,
> beliebig, herrscht in der Kunst - hinter dem ganzen Schein - die
> entsetzlichste Notwendigkeit.
>
> Jedes echte Kunstwerk ist der Ausdruck eines so, und nicht anders. Und
> darüber hinaus der Anspruch, es möge alle andere Kunst auch so sein.
>
> Wenn einer ein schwarzes Quadrat malt, dann steckt dahinter die
> Forderung, es mögen in Zukunft nur noch schwarze Quadrate gemalt
> werden.
>
> Ich habe einmal den Vortrag eines Architekturprofessors gehört, der
> schlüssig darlegte, wie die Abstraktion über das Bauhaus zu den
> seelenlosen Betonwüsten unserer (Vor)Städte führte.
>
> Gerade weil Kunst Folgen hat, hält man sich gerne im belanglosen
> Blabla
> auf und fern von jenen, die diese Folgen verkörpern. Auch
> untereinander.
>
> Ernst ist das Leben heiter die Kunst. Adorno meinte mal, es wäre
> besser
> umgekehrt. Das kann er nicht wirklich gewollt haben.
>
> --
>
> The Thing Frankfurt
> http://www.thing-frankfurt.de
>
> * * *
>
> Stefan Beck
> Hohenstaufenstr. 8
> 60327 Frankfurt
> T. ++49-(0)69 - 741 02 10
>
> Thing Frankfurt Mailinglist:
> mailto:thing-frankfurt-subscribe [at] yahoogroups [dot] de
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