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Einladung zur Pressekonferenz: Gardar Eide Einarsson: ''Südlich des Himmels'' 26. Juli 2007, 11h


Frankfurter Kunstverein

 

Einladung zur Pressepreview der Ausstellung
Gardar Eide Einarsson: „Südlich des Himmels“

Pressekonferenz: Donnerstag, 26. Juli 2007, 11.00 Uhr
Ort: Frankfurter Kunstverein
Mit Gardar Eide Einarsson, Künstler und Chus Martínez, Direktorin des
Frankfurter Kunstvereins



Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

gerne möchten wir Sie zur Pressekonferenz unserer kommenden Ausstellung
Gardar Eide Einarsson: Südlich des Himmels einladen. Gardar Eide
Einarsson ist ein vielversprechender Künstler, der mit
unterschiedlichen Medien wie Malerei, Fotografie und Installation
arbeitet. Er wurde in Oslo geboren, lebt und arbeitet jetzt erfolgreich
in New York. Mit seinen Bildern, Drucken und fotografischen Arbeiten
eröffnet er ein besseres Verständnis für unsere Zeit, die Stilisierung
von Gewalt wie auch die Gewalt von Werbung und Mode. „Südlich des
Himmels“ ist Gardar Eide Einarssons erste größere Einzelausstellung.
Sie ist in Zusammenarbeit mit dem Centre d’Art Contemporain Genève
entstanden.


Presseunterlagen sowie Bilder können Sie unter folgender Adresse
anfordern:
presse [at] fkv [dot] de, Tel. +49 (0)69 219 314 -30/ -40.




PRESSETEXT



Gardar Eide Einarsson: „Südlich des Himmels“
27. Juli – 16. September 2007

Pressekonferenz: 26 Juli, 11.00 Uhr
Eröffnung: 26. Juli, 19.00 Uhr


„Südlich des Himmels“ ist die erste große Einzelausstellung des
norwegischen Künstlers Gardar Eide Einarsson (*1976), der zurzeit in
New York lebt. Der Titel der Ausstellung „Südlich des Himmels“ bezieht
sich auf eine seiner Schlüssel-werke, die Videoarbeit „South of Heaven“
aus dem Jahr 2003.. Die Ausstellung wird auf allen drei Stockwerken des
Frankfurter Kunstvereins gezeigt und stellt eine Vielzahl neuer und
älterer Arbeiten vor, sowie auch alle Videoarbeiten des Künstlers.

Schlechtes Benehmen, rechtswidrige Handlungen, suspekte Objekte und
korrupte Gemüter werden dem Betrachter in dieser Ausstellung
vorgeführt. Flaggen, gemalte Zeichen, Symbole, Wandmalereien mit
schwarzem Edding, Graffitis: sie alle werden in Gardar Eide Einarssons
Arbeiten in eine bereinigte und stilisierte Sprache übertragen. Sie
teilen eine nüchterne Eleganz, die dazu beiträgt, den Betrachter noch
stärker in ihren Bann zu ziehen. Unweigerlich stellt sich die Frage
nach der Entstehung und der Funktion dieses personalisierten
Bildkataloges.

Gardar Eide Einarsson verwendet verschiedene Medien für seine Arbeiten:
Malerei, Drucke, Fotografie, wie auch Installationen und Videos. Seine
Arbeiten sind von Widersprüchen gekennzeichnet und von einem
minimalistischen Umgang mit visuellen Reizen geprägt. Dies zeigt sich
in seinen Bildern, wie auch in seinen räumlichen Installationen. Alle
Elemente erscheinen wie Fragmente einer anderen, größeren Realität, die
von außerhalb in die Ausstellung hineingetragen wird. Die klare und
formalistische Bildsprache, die im Kontrast zu den zitierten Inhalten
steht, erzeugt beim Betrachter zunächst eine Irritation. Durch die
Verknüpfung politischer Referenzen mit isolierten Motiven aus der
Straßenkultur, Undergroundmusik und der Literaturszene, macht Gardar
Eide Einarsson auf den Unterschied aufmerksam, der darin besteht ein
Bild zu betrachten oder es zu gebrauchen. Inspirationsquellen findet
Gardar Eide Einarsson zum Beispiel auch in den Geschichten
amerikanischer Figuren wie Timothy McVeigh, Ted Kaczynski, dem
Unabomber oder sogar Mickey Mouse.

„Alle Bilder, die der Künstler verwendet, sind einerseits in die
Produktion von Macht eingebunden, andererseits thematisieren sie das
Scheitern einer sozialdemokratischen Sicherheit“, schreibt der Kritiker
Jonas Ekeberg über die Arbeit von Gardar Eide Einarssons. Beispiele
dafür sind Liberty, 2007, eine Arbeit, die eine rote Flagge mit einem
Halbmond zeigt, oder Untitled (American Flag), 2007, ein Injekt-Print
auf Sperrholz, auf dem die amerikanische Flagge abgebildet ist, als
wäre sie bereit zum Einsatz oder als könne sie durch hinzugefügten Text
in einen persönlichen Kontext gerückt werden. Die Serie der Zeichnungen
Outlaws logo (2004-2005), die auf dem Fußboden ausgelegt wird, stellt
ein sonderbares Familienalbum aus Zeichen dar, bereit von einer
dubiosen Gruppe in Gebrauch genommen zu werden. Die Ästhetik der
Zeichnungen vermittelt den Geist der konservativen amerikanischen
Süd-Staaten Bewegung, ein Thema, das ebenfalls in Conservative,
Traditional, Ultra Traditional, 2005 auftaucht. In dieser Fotoarbeit
vergleicht Gardar Eide Einarsson die Länge der Hemdsärmel von
konservativen Politikern.

Die Ausstellung „Südlich des Himmels“ beabsichtig einerseits den
Betrachter mit Gardar Eide Einarssons spezieller und persönlicher Art,
unterschiedliche Medien und Materialien zu gebrauchen, vertraut zu
machen. Andererseits versucht sie deutlich zu machen, wie Kunst dazu
dienen kann zum Querdenken anzuregen. In Gardar Eide Einarssons
Arbeiten gehen Kunst und Wirklichkeit mehr eine Beziehung des
gegenseitigen Wechselspiels und Austauschs ein, als eine Beziehung der
reinen Darstellung. Die Kunstwerke dieser Ausstellung wurden zum einen
mit dem Ziel ausgewählt eine Arbeitsmethode vorzustellen, zum anderen
soll die Ausstellung als Rahmen dienen, in dem der Betrachter in eine
Spannung eintritt – eine Spannung, die sich zwischen der Welt der
Bilder und der Welt als Ort der Handlung entwickelt, in der Gewalt mehr
ist als ein Bild.

In Underworld, einem Roman des US-amerikanischen Autors
Don DeLillo, erwähnt eine der Figuren, wie „in letzter Zeit die
Geografie auf sich selbst zurück geworfen und kleiner zu werden
scheint“. Jeder von uns nimmt nur einen Teil der Welt auf, die uns
umgibt, während wir gleichzeitig versuchen, der immer schneller
ansteigenden Flut von Sinneseindrücken durch einen persönlichen Rückzug
zu entkommen. Dabei nehmen wir nur einen Bruchteil von dem auf, was um
uns herum passiert und lernen fast automatisch, uns in der eigenen
subjektiven Realität zu bewegen. Auf diese Weise minimieren wir unsere
Welt so, dass sie eine Form annimmt, die erreich- und überschaubar
bleibt. Gardar Eide Einarssons Ausstellung kann als eine Welt
verstanden werden, in der wir uns komplett frei bewegen können, immer
im Bewusstsein, dass wir es sind, die die Situation kontrollieren und
nicht umgekehrt. Diese Maxime bestimmt die Erwartungen, die wir an
unser Umfeld richten. Auch wenn sich die Situation dramatisch verändern
kann, sobald wir den Raum verlassen…

Gardar Eide Einarssons Ausstellung „Südlich des Himmels“ entstand in
Zusammenarbeit mit dem Centre d’Art Contemporain Genève und wird dort
im Anschluss vom 18. Januar - 16. März 2008 gezeigt.

Ein Katalog, gestaltet von Christoph Keller, mit Texten von Katya
García-Antón, Ina Blom, Dieter Roelstraete, Chus Martínez, Ingo
Niermann und einem Gespräch zwischen Gardar Eide Einarsson und Tobi
Maier, wird in deutsch, englisch und französisch im Revolver Verlag
Frankfurt am Main, erscheinen.


Mit freundlicher Unterstützung von:

OFFICE FOR CONTEMPORARY ART NORWAY




PRESSE: Julia Wittwer, Melanie Räuschel
Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg,
Markt 44, 60311 Frankfurt am Main
phone: +49.69.219314–30 /-40, Fax: +49.69.219314–11
e-mail: presse [at] fkv [dot] de, www.fkv.de


 
Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44
D-60311 Frankfurt am Main
Tel. +49 (0)69 219 314 0
Fax. +49 (0)69 219 314 11
post [at] fkv [dot] de / www.fkv.de

Öffnungszeiten: Di-So: 11-19 Uhr
Öffentliche Führungen: Do, 18 Uhr oder nach Vereinbarung

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