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[thing-group] Received 07. 07. 2009 13:32 from from

Re: Betrifft: Künstler und Markt

Liebe Verena,

natürlich spricht prinzipiell gar nichts dagegen allen Künstler ein
Honorar von meinetwegen 5000 Euro im Monat auszuzahlen.

Bei 30.000 bildenden Künstlern in Deutschland wären das grade schlappe 2
Mrd. Euro.

Nur, wie das politisch durchsetzen?

Ich wäre schon froh, wenn es gelänge die Kunstförderung für freie
Projekte in Frankfurt und Offenbach zu verdoppeln.

Noch letzte Woche musste ich erfahren, mit meinem Antrag von 7000 Euro
für Thing Frankfurt würde ich 10% des Budgets einfordern.

Ich glaube, es wäre schon ein kleineres Erdbeben, wenn sich 30 Personen
fänden, die zum Kulturamt gingen und dort persönlich gegen die miserable
Kulturpolitik der Stadt Frankfurt protestierten.

Schon dazu wird es nicht kommen, fürchte ich.

Wir haben bald Bundestagswahl. Nicht spricht dagegen die Personen, die
sich zur Wahl stellen, nach ihrer Unterstützung für Kulturschaffende
aller Sparten zu befragen. Auch nach ihrer Meinung zu einem Künstlerhonorar.

Wer wird das machen?

Grüsse
Stefan


P.S.

Ich hab Dein Argument gegen den Begriff der "Förderung" wohl verstanden.
Ich hab den Begriff nur gebraucht, weil er sich eingebürgert hat, und
auch meint, was er meinen soll, nämlich eine Art Almosen zu geben.


> Und das WIE, so schwierig kann das doch nicht sein, soviel schwieriger als bei den vermaledeiten Handwerkern! Z.B. in deinem Fall, Stefan: was spräche dagegen, Dir für das organisieren und veranstalten des Multri.Trudi und deiner Seminare ein Honorar auszuzahlen? Oder: WAS spricht dagegen, Künstlern für alles mögliche (Ausstellungen ;-), Konzerte, Performances ... whatever, das sind nur Beispiele, HONORARE auszuzahlen?? Ich denke: nichts.
>
> Dass die KünstlerInnen selber sich argumentativ wappnen sollten, finde ich auch. Ist auch gut fürs Selbstbewusstsein.
>
> Am Schluss nochmal: was mir immer wieder in diskussionen übel aufstößt: WESHALB sollen Künstler und Kulturschaffende eigentlich stets bescheiden am Existenzminimum leben? WESHALB wird ihnen sofort blanker, bösartiger Materialismus unterstellt, wenn sie ein wenig mehr als dieses Existenzminimum einfordern (damit sie mal in Urlaub fahren können oder so.)? ... das ständige Nachdenken über den nächsten Job, das nächste Geld, das macht nicht kreativ. Das macht irgendwann krank.
>
> Ich denke nicht daran, auf ALLES materielle zu verzichten. Und ich bin es leid, mir Sätze anhören zu müssen wie "aber das tust Du doch nicht fürs Geld ...!". Meine zukünftige Antwort wird lauten: "Doch. Ich tue es NUR fürs Geld. Genau aus diesem Grund habe ich nämlich Kunst studiert, weil man damit die dicke Kohle macht."
>



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