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[thing-group] Received 09. 07. 2009 -- 11:39 from from

Re: Betrifft: Künstler und Markt

Hallo Stefan,


für letzteres gibt es doch den tollen Kulturrat feat. Olaf
Zimmermann, der sich immer verzweifelt am „Staatsziel Kultur”,
welches ins Grundgesetz soll, die Zähne ausbeisst.

Finde die Idee, den Wahlkandidaten mal auf den Zahn zu fühlen,
hervorragend. Tja, aber wer kann sich diese Zeit nehmen und das für
andere einfordern bzw. anfragen?

Auch der Kulturrat?

Liebe Grüße

Bomber
Am 07.07.2009 um 13:32 schrieb Stefan Beck:

>
>
> Liebe Verena,
>
> natürlich spricht prinzipiell gar nichts dagegen allen Künstler ein
> Honorar von meinetwegen 5000 Euro im Monat auszuzahlen.
>
> Bei 30.000 bildenden Künstlern in Deutschland wären das grade
> schlappe 2
> Mrd. Euro.
>
> Nur, wie das politisch durchsetzen?
>
> Ich wäre schon froh, wenn es gelänge die Kunstförderung für freie
> Projekte in Frankfurt und Offenbach zu verdoppeln.
>
> Noch letzte Woche musste ich erfahren, mit meinem Antrag von 7000 Euro
> für Thing Frankfurt würde ich 10% des Budgets einfordern.
>
> Ich glaube, es wäre schon ein kleineres Erdbeben, wenn sich 30
> Personen
> fänden, die zum Kulturamt gingen und dort persönlich gegen die
> miserable
> Kulturpolitik der Stadt Frankfurt protestierten.
>
> Schon dazu wird es nicht kommen, fürchte ich.
>
> Wir haben bald Bundestagswahl. Nicht spricht dagegen die Personen, die
> sich zur Wahl stellen, nach ihrer Unterstützung für Kulturschaffende
> aller Sparten zu befragen. Auch nach ihrer Meinung zu einem
> Künstlerhonorar.
>
> Wer wird das machen?
>
> Grüsse
> Stefan
>
> P.S.
>
> Ich hab Dein Argument gegen den Begriff der "Förderung" wohl
> verstanden.
> Ich hab den Begriff nur gebraucht, weil er sich eingebürgert hat, und
> auch meint, was er meinen soll, nämlich eine Art Almosen zu geben.
>
> > Und das WIE, so schwierig kann das doch nicht sein, soviel
> schwieriger als bei den vermaledeiten Handwerkern! Z.B. in deinem
> Fall, Stefan: was spräche dagegen, Dir für das organisieren und
> veranstalten des Multri.Trudi und deiner Seminare ein Honorar
> auszuzahlen? Oder: WAS spricht dagegen, Künstlern für alles
> mögliche (Ausstellungen ;-), Konzerte, Performances ... whatever,
> das sind nur Beispiele, HONORARE auszuzahlen?? Ich denke: nichts.
> >
> > Dass die KünstlerInnen selber sich argumentativ wappnen sollten,
> finde ich auch. Ist auch gut fürs Selbstbewusstsein.
> >
> > Am Schluss nochmal: was mir immer wieder in diskussionen übel
> aufstößt: WESHALB sollen Künstler und Kulturschaffende eigentlich
> stets bescheiden am Existenzminimum leben? WESHALB wird ihnen
> sofort blanker, bösartiger Materialismus unterstellt, wenn sie ein
> wenig mehr als dieses Existenzminimum einfordern (damit sie mal in
> Urlaub fahren können oder so.)? ... das ständige Nachdenken über
> den nächsten Job, das nächste Geld, das macht nicht kreativ. Das
> macht irgendwann krank.
> >
> > Ich denke nicht daran, auf ALLES materielle zu verzichten. Und
> ich bin es leid, mir Sätze anhören zu müssen wie "aber das tust Du
> doch nicht fürs Geld ...!". Meine zukünftige Antwort wird lauten:
> "Doch. Ich tue es NUR fürs Geld. Genau aus diesem Grund habe ich
> nämlich Kunst studiert, weil man damit die dicke Kohle macht."
> >
>
> --
>
> The Thing Frankfurt
> http://www.thing-frankfurt.de
>
> * * *
>
> Stefan Beck
> Hohenstaufenstr. 8
> 60327 Frankfurt
> T. ++49-(0)69 - 741 02 10
>
> Thing Frankfurt Mailinglist:
> mailto:thing-frankfurt-subscribe [at] yahoogroups [dot] de
>



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