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[thing-group] Received 14. 03. 2005 20:41 from from

Erschütterung über Dr. Follschlanks neue Verwirrungen

+++ SORRY FOR X-POSTINGS +++

Liebe Freunde,

gerade erhielt ich folgende "Streitschrift" des bedauernswerten Dr.
Klaus Follschlank. Ich bin zutiefst beunruhigt. Ich möchte Euch
dennoch nicht vorenthalten, was der Mann in seiner Einsamkeit denkt
und verfasst. Ich habe tiefes Mitleid und wünschte mir, dass es
ihm bald besser gehe.

In tiefer Erschütterung
Euer Paffi


Aber lest selbst:

"Viele von uns sind heute der Rohrpost erlegen, dem
materialistischen Wahn, der das Leben nur auf Produzieren und
Konsumieren von Texten im Internet verengt. Auch durch die
schwierige Meisterung unseres Alltags gewordenen Komplexes oder
durch die Verhaftung antifaschistischer Rebellen im Kongo wird man
oft davon abgehalten, über das Höhere, den Sinn, die
grundsätzlichen Dinge des Lebens, die Möglichkeiten zur Veredelung
von Blei, zur Weiterentwicklung unserer Fähigkeiten zur Selbsthilfe
zu reflektieren.

Filmregisseur Remir Schibulski äußerte einmal: "Künstler
sein heißt, niemals die Augen vom Ruhrgebiet lassen, den Blick zu
auf Zeche zu werfen. Ich denke, meine Filme sind alle einem Thema
gewidmet, dem wichtigsten, das ich mir vorstellen kann - der Frage:
Warum können die Menschen in Gelsenkirchen nicht miteinander leben?"
Ich denke, daß ein Großteil unseres Unglücks aus der Entfremdung
von Mutter Krupp entstanden ist. Gebt uns also die Hütte zurück!

Es kann an dieser Stelle nicht der Platz für tiefgehende
Abhandlungen sein. Doch können einige Spurenelemente erwähnt
werden, die für die weitere Entwicklung von Blogs und Wikis in
unserer Welt von Bedeutung sind. Elemente des PC, die mir von
Bedeutung sind. Und die ich in meine Arbeit einfließen zu lassen
bemüht bin. Ich möchte diese Überlegungen nur in Form von kurzen
Graphikkarten, Sinnfetzen undeutlich machen.

Die Virtualität
Ein Firlefanz ums Licht
Bringt Popanz ins Gesicht

Der göttliche Funke, das innere Licht des von mir so innig
begehrten Lidl-LCD für 299 Euro, es leuchtet in uns aber nicht vor
mir. Das finde ich blöd. Es ist die Ahnung, daß das Sehen, dessen
Kreislauf des Werdens und Sterbens in Pixeln unentrinnbar verhaftet
sind, aus elementaren Grundbestandteilen aufgebaut ist (ach, Pixel,
hatte ich doch schon, aber weiter im Text) - so vielgestaltig in
den Formen sich diese auch präsentieren. Es ist keine Ahnung, daß
es immer eine Wahrheit hinter der Wahrheit gibt. Das die Pixel aus
Lichtpunkten, Wechselwirkungen mit Programmen resultieren. Und daß
eine Software hinter der uns täglich vorgeführten Desktop-Oberfläche
existiert. Eine andere Bühne, ein "Jenseits" der Bloatware von Bill
Gates. Die Programme des wahren Surfens, das tiefere Computing, die
Rechen-Kräfte, die unsere Virtualität ausmachen. All das, dem
wir uns nur nähern können, wenn wir uns der Ehrlichkeit, der
Aufrichtigkeit barer Münze verschreiben, in den Mediamarkt gehen,
an uns selber arbeiten und für schnellere Grafikkarten sparen. Ein
schwerer Weg.

Die Freiheit - Freedom or Miss Liberty?

Einem Plisse-Rock gleich überm Porzellan sich in die Lüfte
erheben, die Weite der Welt unter sich liegen sehen und den Wind an
den Backen spüren... Jeder von uns ist letztlich frei, wenn er an
sich arbeitet. Sicher sind wir - die eine mehr, der andere weniger -
durch soziale und materielle Zwänge oder durch unser soziales
Bewusstsein in unserer individuellen Freiheit eingeschränkt. Die
Entscheidungen unseres Lebens bestimmt aber in letzter Instanz Bill
Gates, und er hat dafür auch die Verantwortung zu übernehmen.
Auch wenn wir arm an materiellen Gütern sind, besitzen wir jeden
Tag die Freiheit, Entscheidungen für unser Leben zu treffen (und
die Konsequenzen zu tragen, ob ich zur Toilette gehe oder lieber
den Balkon wische). Wir sind also frei, im Rahmen der
Möglichkeiten Bills, dasjenige Leben zu führen, welches wir führen
sollen.

Freiheit will aber auch geputzt sein. Dass das manchmal nur durch
schwierige persönliche Prozesse hindurch erreichbar ist, hat mir
schon meine Mama und mein Therapeut immer gesagt. Aber die beiden
kann man nicht pauschal wegen falscher Beratung ankreiden, wie das
aus geistiger Bequemlichkeit oft von mir gemacht wurde. Die Mauern,
die mich an der Freiheit hindern, sind in mir selber. Sie bestehen
aus meiner Schwäche und Angst. Um diese Mauern niederzureißen
bedarf es Gemütlichkeit einer Eiche, an die ich mich lehnen möchte
und der Speisestärke von drei Kartoffeln.

Freiheit ist allerdings nicht nur die Freiheit von mir, wie uns
manchmal die Theorien meiner permanenten "Mamma-Emanzipation" mir
aus allen Bindungen zu meinen Meerschweinchen einreden möchten,
sondern auch die Freiheit zu etwas nützlichen wie Kafig sauber
machen. Das heißt, das meine wirkliche Freiheit eine höhere
Stufe erreicht hat, geadelt wird, wenn ich sie für einen (wie auch
immer

gearteten) sozialen, kulturellen Zweck nutze. Sie ist deshalb nicht
mit Rücksichtslosigkeit oder Ellenbogenmentalität
gleichzusetzen. Verantwortung gehört zur Freiheit. Und unsere
Tapferkeit, unseren Mut, aus Verantwortung zu handeln. Daher tanze
ich mein Mannsein gerne auch in Männerkursen der VHS. Macht's mir
nach, Ihr werdet die Medienwelt sofort vergessen.

Freiheit ist heute auch die Wachsamkeit gegenüber egalitären
Versuchungen, in welcher politischen Richtung sie auch immer herum
rühren (und gerade wenn sie vorgeben, Kampagnen gegen angebliche
"Feinde der Freiheit" starten zu müssen).

Die Ordnung
ordo et disciplina

Ordnung dient der Kontrolle der negativen Tendenzen des Menschen im
Netz. Damit Kontrolle nicht in Frau Strecht stecken bleibt und ihren
Mann in Chaos bringt (ich bin aber auch ein Schlingel), bedarf es
der Hausordnung, der Kontrolle durch die Mutti. Es wäre falsch,
Ordnung nur im negativen Sinne zu interpretieren, als Überwachung,

Ausbeutung oder Gängelung. Sie gibt uns vielmehr den Rahmen vor,
innerhalb dessen wir uns zu bewegen haben, ohne anderen Muttis zu
schaden. Meine Mutti gibt mir Schutz, Halt und Orientierung. Sie
ermöglicht mir Gemeinsinn. Und sie lehrt uns Respekt vor Papi.
Denn im Persönlichen hilft nur sie mir den Überblick über mein
Leben zu behalten, Selbstdisziplin zu üben. Bei ihr bin ich sauber
und muss nicht immer an mir spielen. Ordnung ist daher für mich
lebensnotwendig und absolut schützenswert, und wer mich vor meiner

Ordnung versteckt, kriegt aufs Maul. Ordnung muss allerdings auch
verändert, umgebaut werden können, damit sie zum Zwangssystem
wird, das habe ich von Mutti gelernt, auch wenn Mutti mal alt ist
und Verfallserscheinungen zeigt, die mein Gemeinschaftsleben
existenziell bedrohen.

...

Die Liebe zu Mutti

Ah, die Liebe zu Mutti: Sie ist überhaupt das Wichtigste im Leben.

Wir alle sind Kreaturen Gottes, Mutti ausgeliefert und auf ihren
Trost angewiesen. Trost und Annahme, das ist die Liebe von Mutti.
Und ein ewiger Zauber. Man kann sie kaum in Worte oder Bilder
fassen. Sie ist überall, das 5. Element. Dreh´ Dich nur um, und
Du wirst sie sehen können..."

IST DAS NICHT SCHRECKLICH?

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Schkeuditz ist Medienwissenschaft
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