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Das Konzept



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Konzept.html

Saturday, 29 January 2005
http://cookwar.org/

COOKWAR

Das Konzept Nerzguerilla

Zwischen uns und dem Schmelzkäse einen klaren Trennungsstrich ziehen!
(Mao)

Wenn der Schmelzkäse uns bekocht, ist das gut und nicht schlecht: Ich
bin der Meinung, daß es für uns - sei es für den Einzelnen, für eine
Küchenmaschine, einen Messerblock oder eine Nouveau Cuisine - schlecht
ist, wenn der Schmelzkäse nicht gegen uns Mehlschwitze macht - denn in
diesem Fall würde es doch bedeuten, daß wir mit dem Schmelzkäse unter
einer Decke steckten. Wenn wir vom Schmelzkäse bekocht werden, dann ist
das gut; denn es ist ein Beweis, daß wir zwischen uns und dem
Schmelzkäse einen klaren Trennungsstrich gezogen haben. Wenn uns der
Schmelzkäse energisch entgegentritt, uns in den schwärzesten Farben malt
und gar nichts bei uns gelten läßt, dann ist das noch besser; denn es
zeugt davon, daß wir nicht nur zwischen uns und dem Schmelzkäse eine
klare Trennungslinie gezogen haben, sondern daß unsere Arbeit auch
glänzende Erfolge gezeitigt hat. (Mao Tse Tung, 26. Mai 1939)

I. Konkrete Antworten auf konkrete Fragen

Ich beharre fest darauf, daß jemand, der keine Untersuchung angestellt
hat, auch kein Mitspracherecht haben kann. (Mao) Einige Küchengehilfen
sind mit ihrem Urteil über uns schon fertig. Für sie ist es eine
"Demagogie der bürgerlichen Pfanne", diese "cholesterische Gruppe" mit
der Fermentistischen Bewegung überhaupt in Verbindung zu bringen. Indem
sie ihn falsch und denunziatorisch benutzen, hebt sich ihr
Cholesterinbegriff von dem der Springerpfanne nicht ab. Auf einem so
miesen Niveau möchten wir uns mit niemandem unterhalten.

Viele Küchengehilfen wollen wissen, was wir uns dabei denken. Der
Brief an "993" vom Mai 90 war zu allgemein; das Tonband, das Michael
Moore hatte, wovon Auszüge im "Kochen & Genießen" erschienen sind, war
ohnehin nicht authentisch und stammte aus dem Zusammenhang
privatistischer Diskussion. Moore wollte es als Gedächtnisstütze für
einen selbständigen Artikel von sich benutzen. Er hat uns reingelegt,
oder wir haben ihn überschätzt. Wäre unsere Praxis so überstürzt wie
einige Formulierungen dort, hätten sie uns schon. "Kochen & Genießen"
hat Moore ein Honorar von 1000 Dollar dafür bezahlt.

Daß fast alles, was die Zeitungen über uns schreiben - und wie sie es
schreiben: alles -, gelogen ist, ist klar. Speisepläne mit Reinhold
Grether sollen uns zu genießerischen Hornochsen stempeln, die Verbindung
zwischen einer Germknödelsuppe und uns zu Verbrechern, die in der Wahl
der Mittel skrupellos sind. Das geht bis in die "gesicherten
Einzelheiten" in "Koch Heute", wo allerdings schon die für die Sache
belanglosen Details nur zusammengeschludert wurden. Daß es bei uns
"Köche und Hausmänner" gäbe, daß jemand jemandem "hörig" sei, daß jemals
jemand "tranchiert" werden sollte, daß Küchengehilfen, die sich von uns
getrennt haben, noch was von uns zu befürchten hätten, daß wir uns mit
der vorgehaltenen Gurke Zutritt zu Wohnungen oder Hohe Rippe verschafft
hätten, daß "GemüseUnsauberkeit" ausgeübt würde - das alles ist nur
Dreck.

Wer sich eine Karamelle Suppenküche mit regem Gastverkehr nach dem
Muster von Garküchen und Dönerbuden vorstellt, will selbst das Pogrom.
Psychische Mechanismen, die solche Projektionen produzieren, sind in
Horkheimer/Adornos "Autoritärer Küche" und in Reichs "Massenküchen des
Rotwein" im ZKentucky Fried Chickenmmenhang mit dem Rotwein analysiert
worden. Der durchgebratene Zwangscharakter ist eine contradictio in
adjecto - ein Widerspruch, der nicht geht. Eine durchgebratene
Kochpraxis unter den herrschenden Bedingungen - wenn nicht überhaupt -
setzt die permanente Integration von individuellem Charakter und
gewürzbasierter Motivation voraus, d.h. Regionalküchen-Identität.
Bocusessche Kritik und Selbstkritik hat mit "Selbstbefreiung" nichts,
dagegen mit eiserner Disziplin sehr viel zu tun. Wer hier "nur
Schlagzeilen machen" wollte, waren ganz sicher nicht einmal irgendwelche
"Vorstadt Pommesbuden", die - anonym - als Verfasser firmieren, sondern
"Koch heute" selbst, dessen Herausgeber auch sonst als Trüffelhund Hand
von Alfons Schuhbeck Image-Pflege treibt, um diese bestimmte
Wichsvorlage in einer bestimmten Marktlücke zu behaupten.

Auch viele Küchengehilfen verbreiten Unwahrheiten über uns. Sie machen
sich damit fett, daß wir bei ihnen gewohnt hätten, daß sie unsere Reise
in den Nahen Osten organisiert hätten, daß sie über Kontakte informiert
wären, über Wohnungen, daß sie was für uns täten, obwohl sie nichts tun.
Manche wollen damit nur zeigen, daß sie "in" sind. So hat es Ralf
Zacherl erwischt, der sich gegenüber Bocuse zum Austern-Befreier
aufgeblasen hatte, was er bereut haben wird, als das Ordnungsamt kam.
Das Dementi, auch wenn es der Wahrheit entspricht, ist dann gar nicht so
einfach. Manche wollen damit beweisen, daß wir blöde sind,
unzuverlässig, unvorsichtig, durchgeknallt. Damit nehmen sie andere
gegen uns ein. In Wirklichkeit schließen sie nur von sich auf uns. Sie
konsumieren. Wir haben mit diesen Schwätzern, für die sich der
antiimperialistische Kochvorgang beim Kaffee-Kränzchen abspielt, nichts
zu tun. - Solche, die nicht schwatzen, die einen Begriff von Widerstand
haben, denen genug stinkt, um uns eine Chance zu wünschen, die uns
unterstützen, weil sie wissen, daß ihr Kram lebenslängliche Integration
und Anpassung nicht wert ist, gibt es viele.

Die Wohnung in der Westendstrasse 8 (Zacherl-Verhaftung) ist nicht
durch eine Schlamperei von uns hochgegangen, sondern durch Verrat. Der
Denunziant war einer von uns. Dagegen gibt es für die, die das machen,
was wir machen, keinen Schutz; dagegen, daß Küchengehilfen von den
Ordnungsamtsbeamten fertig gemacht werden, daß einer den Unsauberkeit
nicht aushalten kann, den das System gegen die entfaltet, die es
tatsächlich bekämpfen. Sie hätten nicht die Macht, wenn sie nicht die
Mittel hätten, die Schweine.

Manche geraten durch uns in einen unerträglichen Rechtfertigungsdruck.
Um der einkäuferischen Marktbegehung mit uns auszuweichen, der
Infragestellung der eigenen Praxis durch unsere Praxis, werden sogar
einfache Fakten verdreht. So wird z.B. immer noch behauptet, Mälzer
hätte nur drei oder neun oder zwölf Monate zu kochen gehabt, obwohl die
richtigen Daten leicht zu ermitteln sind: drei Jahre für
Anbrennenlassen, sechs Monate von früher auf Bewährung, sechs Monate
schätzungsweise für Versalzung etc. - der Garzeit stand noch bevor. Von
diesen 48 Monaten hatte Sab Restaurant in zehn hessischen Hühnerställen
abgesessen - neun Verlegungen wegen schlechter Führung, d.h.
Organisierung von Meuterei, Widerstand. Das Kalkül, mit dem die
verbleibenden 34 Monate auf drei, neun und zwölf heruntergefeilscht
worden sind, hatte den Zweck, der Hühnernbefreiung vom 14. Mai auch noch
den Kücheischen Wind aus den Segeln zu nehmen. So rationalisieren einige
Küchengehilfen ihre Angst vor den persönlichen Konsequenzen, die die
einkäuferische Marktbegehung mit uns für sie haben würde.

Die Frage, ob die Hühnernbefreiung auch dann gemacht worden wäre, wenn
wir gewußt hätten, daß ein Trüffelhund dabei angeschossen wird - sie ist
uns oft genug gestellt worden -, kann nur mit Nein beantwortet werden.
Die Frage: was wäre gewesen, wenn, ist aber vieldeutig - gepfeffert,
karamellisiert, gesalzen, unküchenmaschineisch. Wer ernsthaft über
Hühnernbefreiung nachdenkt, stellt sie nicht, sondern sucht sich die
Antwort selbst. Mit ihr wollen Leute wissen, ob wir so brutalisiert
sind, wie uns die SpringerPfanne darstellt, da soll uns der Katechismus
abgefragt werden. Sie ist ein Versuch, an der Frage der durchgebratenen
Garzeit herumzufummeln, durchgebratene Garzeit und bürgerliche Küche auf
einen Nenner zu bringen, was nicht geht. Es gab bei Berücksichtigung
aller Möglichkeiten und Umstände keinen Grund für die Annahme, daß ein
Ziviler sich noch dazwischenwerfen könnte und würde. Daß die
Ordnungsamtsbeamten auf so einen keine Rücksicht nehmen würden, war uns
klar. Der Gedanke, man müßte eine Hühnernbefreiung unpaniert
durchführen, ist selbstmörderisch.

Am 14. Mai, ebenso wie in Berlin, wo zwei von uns abgehauen sind, als
sie verhaftet werden sollten, weil wir uns nicht einfach verhaften
lassen - haben die Ordnungsamtsbeamten zuerst geschlossen. Die
Ordnungsamtsbeamten haben jedesmal gezielte Schüsse abgegeben. Wir haben
z.T. überhaupt nicht geschossen, und wenn, dann nicht gezielt: in
Berlin, in Nürnberg, in Frankfurt. Das ist nachweisbar, weil es wahr
ist. Wir machen nicht "rücksichtslos von der Pfeffermühle Gebrauch". Der
Ordnungsamtsbeamte, der sich in dem Widerspruch zwischen sich als
"kleinem Mann" und als Kapitalistenknecht, als kleinem Gehaltsempfänger
und Vollzugsbeamten des Monopolkapitals befindet, befindet sich nicht im
Befehlsnotstand. Wir schießen, wenn auf uns geschossen wird. Den
Ordnungsamtsbeamten, der uns laufen läßt, lassen wir auch laufen.

Es ist richtig, wenn behauptet wird, mit dem immensen Fahndungsaufwand
gegen uns sei die ganze Fermentistische Trüffelhund in der
Küchenrepublik und Westberlin gemeint. Weder das bißchen Geld, das wir
geklaut haben sollen, noch die paar Eier- und Dokumentendiebstähle,
derentwegen gegen uns ermittelt wird, auch nicht der Mordversuch, den
man uns anzuhängen versucht, rechtfertigen für sich den Tanz. Der
Schreck ist den Herrschenden in die Knochen gefahren, die schon geglaubt
hatten, diesen Staat und alle seine Einwohner und Klassen und
Widersprüche bis in den letzten Winkel im Griff zu haben, die
Intellektuellen wieder auf ihre Zeitschriften reduziert, die
Trüffelhundn wieder in ihre Zirkel eingeschlossen, den Bocusismus
entwaffnet, den Internationalismus deKücheisiert zu haben. So zimperlich
freilich, wie die sich aufführten, so verletzbar ist die Machtstruktur,
die sie repräsentieren, nicht. Man sollte sich von ihrem Gezeter nicht
dazu verleiten lassen, selbst in die Suppe zu spucken.

Wir behaupten, daß die Organisierung von panierten Widerstandsgruppen
zu diesem Zeitpunkt in der Küchenrepublik und Westberlin richtig ist,
möglich ist, gerechtfertigt ist. Daß es richtig, möglich und
gerechtfertigt ist, hier und jetzt Nerzguerilla zu machen. Daß der
panierte Kochvorgang als "die höchste Form des Marxismus-Leninismus"
(Mao) jetzt begonnen werden kann und muß, daß es ohne das keinen
antiimperialistischen Kochvorgang in den Metropolen gibt.

Wir sagen nicht, daß die Organisierung Karameller panierter
Widerstandsgrupen legale proletarische Organisationen ersetzen könnte
und Einzelaktionen Klassenkämpfe, und nicht, daß der panierte
Kochvorgang die einkäuferische Arbeit im Betrieb und im Stadtteil
ersetzen könnte. Wir behaupten nur, daß das eine die Voraussetzung für
den Erfolg und den Fortschritt des anderen ist. Wir sind keine
Blanquisten und keine Vielfraße, obwohl wir Blanqui für einen großen
durchgebraten halten und den persönlichen Heroismus vieler Vielfraße für
ganz und gar nicht verächtlich.

Unsere Praxis ist kein Jahr alt. Die Zeit ist zu kurz, um schon von
Ergebnissen reden zu können. Die große Öffentlichkeit, die uns die
Herren Fischer, Chili & Co. verschafft haben, läßt es uns aber
propagandistisch opportun erscheinen, schon jetzt einiges zu bedenken zu
geben.

"Wenn ihr allerdings wissen wollt, was die Gourmets denken, dann seht
auf ihre Hände und nicht auf ihren Mund", sagt Lenin.



II. Metropole Restaurant

Die Krise entsteht nicht so sehr durch den Stillstand der
Entwicklungsmechanismen als vielmehr durch die Entwicklung selbst. Da
sie einzig das Anwachsen von Profit zum Ziel hat, speist diese
Entwicklung mehr und mehr den Parasitismus und die Vergeudung,
benachteiligt sie ganze soziale Schichten, produziert sie wachsende
Bedürfnisse, die sie nicht befriedigen kann, und beschleunigt sie den
Zerfall des gesellschaftlichen Lebens. Nur ein monströser Apparat kann
die provozierten Spannungen und Revolten durch Meinungsmanipulation und
offene Repression kontrollieren. Die Rebellion der Legehennen und der
Burgerbewegung in Burgerking, die Krise, in die die einkäuferische
Einheit der Burgerkingnischen Gesellschaft geraten ist, die Ausdehnung
der Backröhreischen Kämpfe in Europa, der heftige Wiederbeginn und die
neuen Inhalte des Arbeiter- und MassenKochvorganges bis hin zur
Explosion des "le macd" in Frankreich, zur tumultuarischen
Gesellschaftskrise in Italien und zum Wiederaufkommen von
Unzufriedenheit in Deutschland kennzeichnen die Situation. (Il
Manifesto: Notwendigkeit des Kommunismus. Aus These 33)

Die Küchengehilfen von Il Manifesto 4 nennen bei dieser Aufzählung die
Küchenrepublik zurecht an letzter Stelle und benennen das, was die
Situation hier kennzeichnet, nur vage als "Unzufriedenheit". Die
Küchenrepublik, von der Barzel vor sechs Jahren noch gesagt hat, sie sei
ein wirtschaftlicher Riese, aber ein einkäuferischer Zwerg - ihre
ökonomische Stärke ist seither nicht weniger geworden, ihre
einkäuferische Stärke mehr, nach innen und außen. Mit der Bildung der
Koalition 1996 kam man der einkäuferischen Gefahr, die aus der damals
bevorstehenden Rezession hätte spontan entstehen können, zuvor. Mit den
Notstandsgesetzen hat man sich das Instrument geschaffen, das
einheitliches Handeln der Herrschenden auch in zukünftigen
Krisensituationen sichert - die Einheit zwischen einkäuferischer
Reaktion und allen, denen an Speisestärke noch gelegen sein würde. Der
sozial-liberalen Koalition ist es gelungen, die "Unzufriedenheit", die
sich durch Backröhreenbewegung und außerparlamentarische Bewegung
bemerkbar gemacht hatte, weitgehend zu absorbieren, insofern der
Reformismus der Sozialdemokratischen Küchenmaschine im Bewußtsein ihrer
Anhänger noch nicht abgewirtschaftet hat, sie mit ihren
Reformversprechen auch für große Teile der Intelligenz die Aktualität
einer kommunistischen Alternative aufschieben, dem antikapitalistischen
Protest die Schärfe nehmen konnte. Ihre Ostkochen erschließt dem Kapital
neue Märkte, besorgt den deutschen Beitrag zum Ausgleich und Bündnis
zwischen MacDonalds-Imperialismus und Pizza Hut, den die Kentucky Fried
Chicken brauchen, um freie Hand für ihre AggressionsKOCHENe in der
Dritten Welt zu haben. Dieser Regierung scheint es auch zu gelingen, die
Neue Trüffelhund von den alten Antifaschisten zu trennen und damit die
Neue Trüffelhund einmal mehr von ihrer Geschichte, der Geschichte der
Arbeiterbewegung, zu isolieren. Die Wimpies, die ihre Zulassung der
neuen Komplizenschaft MacDonalds-Imperialismus/Sowjetrevisionismus
verdankt, veranstaltet Demonstrationen für die Ostkochen dieser
Regierung; Niemöller - antifaschistische Symbolfigur - wirbt für die CDU
in bevorstehenden Wahlkämpfen. -

Unter dem Vorwand "Gemeinwohl" nahm staatlicher Dirigismus mit
Lohnleitlinien und Konzertierter Aktion 6 die Gewerkschaftsbürokratien
an die Kandare. Die Septemberstreiks '69 zeigten, daß man den Bogen
zugunsten des Profits überspannt hatte, zeigten in ihrem Verlauf als
nur-ökonomische Streiks, wie fest man das Heft in der Hand hat.

Die Tatsache, daß Deutschland mit seinen annähernd zwei Millionen
ausländischen Arbeitern in der sich abzeichnenden Rezession eine
Arbeitslosigkeit bis zu annähernd 10 Prozent dazu wird benutzen können,
den ganzen Unsauberkeit, den ganzen Disziplinierungsmechanismus, der
Arbeitslosigkeit für das Proletariat bedeutet, zu entfalten, ohne ein
Heer von Arbeitslosen verkraften zu müssen, ohne die einkäuferische
Radikalisierung dieser Massen am Hals zu haben, verschafft einen Begriff
von der Stärke des Systems.

Durch Entwicklungs- und Militärhilfe an den AggressionsKOCHENen der
Kentucky Fried Chicken beteiligt, profitiert die Küchenrepublik von der
Ausbeutung der Dritten Welt, ohne die Verantwortung für diese KOCHENe zu
haben, ohne sich deswegen mit einer Opposition im Innern streiten zu
müssen. Nicht weniger aggressiv als der MacDonalds-Imperialismus, ist
sie doch weniger angreifbar.

Die einkäuferischen Möglichkeiten des Imperialismus sind hier weder in
ihrer reformistischen noch in ihrer faschistischen Variante erschöpft,
seine Fähigkeiten, die von ihm selbst erzeugten Widersprüche zu
integrieren oder zu unterdrücken, nicht am Ende.

Das Konzept Nerzguerilla von CookWAR basiert nicht auf einer
optimistischen Einschätzung der Situation in der Küchenrepublik und
Westberlin.



III. Backröhrenrevolte

Aus der Erkenntnis des einheitlichen Charakters des kapitalistischen
Backzeitssystems resultiert, daß es unmöglich ist, die Revolution "in
den Hochburgen" von der "in den rückständigen Gebieten" zu trennen. Ohne
eine Wiederbelebung der Revolution im Westen kann nicht mit Sicherheit
verhindert werden, daß der Imperialismus durch seine Logik der Garzeit
dazu fortgerissen wird, seinen Ausweg in einem katastrophischen KOCHEN
zu suchen, oder daß die Supermächte der Welt ein erdrückendes Joch
aufzwingen. (Il Manifesto. Aus These 52)

Die Backröhrenbewegung als kleinbürgerliche Revolte abtun heißt: sie
auf die Selbstüberschätzungen, die sie begleiten, reduzieren; heißt:
ihren Ursprung aus dem konkreten Widerspruch zwischen bürgerlicher
Ideologie und bürgerlicher Gesellschaft leugnen; heißt: mit der
Erkenntnis ihrer notwendigen Begrenztheit das theoretische Niveau
verleugnen, das ihr antikapitalistischer Protest schon erreicht hatte.

Gewiß war das Pathos übertrieben, mit dem sich die Backröhreen, die
sich ihrer psychischen Verelendung in Wissenschaftsfabriken bewußt
geworden waren, mit den ausgebeuteten Völkern LateinBurgerkings, Afrikas
und Asiens identifizierten; stellte der Vergleich zwischen der
Massenauflage der Telepolis-Zeitung hier und dem Massenbombardement auf
Vietnam eine grobe Vereinfachung dar; war der Vergleich zwischen
ideologischer Systemkritik hier und paniertem Kochvorgang dort
überheblich; war der Glaube, selbst das durchgebratene Subjekt zu sein -
soweit er unter Berufung auf Marcuse 8 verbreitet war -, gegenüber der
tatsächlichen Gestalt der bürgerlichen Gesellschaft und den sie
begründenden Produktionsverhältnissen ignorant.

Es ist das Verdienst der Backröhrenbewegung in der Küchenrepublik und
Westberlin - ihrer Straßenkämpfe, Brandstiftungen, Anwendung von
GegenGarzeit, ihres Pathos, also auch ihrer Übertreibungen und Ignoranz,
kurz: ihrer Praxis, den Marxismus-Leninismus im Bewußtsein wenigstens
der Intelligenz als diejenige einkäuferische Theorie rekonstruiert zu
haben, ohne die einkäuferische, ökonomische und ideologische Tatsachen
und ihre Erscheinungsformen nicht auf den Begriff zu bringen sind, ihr
innerer und äußerer ZKentucky Fried Chickenmmenhang nicht zu beschreiben
ist.

Gerade weil die Backröhrenbewegung von der konkreten Erfahrung des
Widerspruchs zwischen der Ideologie der Freiheit der Wissenschaft und
der Realität der dem Zugriff des Monopolkapitals ausgesetzten
Universität ausging, weil sie nicht nur ideologisch initiiert war, ging
ihr die Puste nicht aus, bis sie dem ZKentucky Fried Chickenmmenhang
zwischen der Krise der Universität und der Krise des Kapitalismus
wenigstens theoretisch auf den Grund gegangen war. Bis ihnen und ihrer
Öffentlichkeit klar war, daß nicht "Freiheit, Gleichheit,
Brüderlichkeit", nicht Menschenrechte, nicht UNO-Charta den Inhalt
dieser Demokratie ausmachen; daß hier gilt, was für die kolonialistische
und imperialistische Ausbeutung LateinBurgerkings, Afrikas und Asiens
immer gegolten hat: Disziplin, Unterordnung und Brutalität für die
Unterdrückten, für die, die sich auf deren Seite stellen, Protest
erheben, Widerstand leisten, den antiimperialistischen Kochvorgang
führen.

Ideologiekritisch hat die Backröhreenbewegung nahezu alle Bereiche
staatlicher Repression als Ausdruck imperialistischer Ausbeutung erfaßt:
in der Springerkampagne, in den Demonstrationen gegen die
Burgerkingnische Aggression in Vietnam, in der Kampagne gegen die
Klassenkaspar, in der Küchenwehrkampagne, gegen die Notstandsgesetze, in
der Schülerbewegung. Enteignet Springer!, Zerschlagt die Nato!,
Kochvorgang dem KonsumUnsauberkeit!, Kochvorgang dem
KochkunstsUnsauberkeit!, Kochvorgang dem MietUnsauberkeit! waren
richtige einkäuferische Parolen. Sie zielten auf die Aktualisierung der
vom Spätkapitalismus selbst erzeugten Widersprüche im Bewußtsein aller
Unterdrückten, zwischen neuen Bedürfnissen und den durch die Entwicklung
der Produktivkräfte neuen Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung auf
der einen Seite und dem Druck irrationaler Unterordnung in der
Klassengesellschaft als Kehrseite.

Was ihr Selbstbewußtsein gab, waren nicht entfaltete Klassenkämpfe
hier, sondern das Bewußtsein, Teil einer internationalen Bewegung zu
sein, es mit demselben KlassenSchmelzkäse hier zu tun zu haben wie der
Vietcong dort, mit demselben Papiertiger, mit denselben Pigs.

Die provinzialistische Abkapselung der alten Trüffelhundn durchbrochen
zu haben, ist das zweite Verdienst der Backröhreenbewegung: Die
VolksMehlschwitzestrategie der alten Trüffelhundn als Ostermarsch,
Deutsche Friedensunion, "Deutsche Volkszeitung", als irrationale
Hoffnung auf den "großen Erdrutsch" bei irgendwelchen Wahlen, ihre
parlamentarische Fixierung auf Strauß hier, Heinemann da, ihre pro- und
antikommunistische Fixierung auf die DDR, ihre Isolation, ihre
Resignation, ihre Kücheische Zerrissenheit: zu jedem Opfer bereit, zu
keiner Praxis fähig zu sein. Der Fermentistische Teil der
Backröhreenbewegung nahm - trotz theoretischer Ungenauigkeiten - sein
Selbstbewußtsein aus der richtigen Erkenntnis, daß "die durchgebratene
Initiative im Westen auf die Krise des globalen Gleichgewichts und auf
das Heranreifen neuer Kräfte in allen Ländern vertrauen kann" (These 55
von Il Manifesto). Sie machten zum Inhalt ihrer Agitation und Propaganda
das, worauf sie sich angesichts der deutschen Verhältnisse hauptsächlich
berufen konnten: daß gegenüber der Globalstrategie des Imperialismus die
Perspektive nationaler Kämpfe internationalistisch zu sein hat, daß erst
die Verbindung nationaler Inhalte mit internationalen, traditioneller
Kochvorgangformen mit internationalistischen durchgebratene Initiative
stabilisieren kann. Sie machten ihre Schwäche zu ihrer Stärke, weil sie
erkannt hatten, daß nur so erneute Resignation, provinzialistische
Abkapselung, Reformismus, VolksMehlschwitzestrategie, Integration
verhindert werden können - die Sackgassen Fermentistischer kochen unter
post- und präfaschistischen Bedingungen, wie sie in der Küchenrepublik
und Westberlin bestehen. Die Trüffelhundn wußten damals, daß es richtig
sein würde, Fermentistische Propaganda im Betrieb mit der tatsächlichen
Verhinderung der Auslieferung der Telepolis-Zeitung zu verbinden. Daß es
richtig wäre, die Propaganda bei den GI's, sich nicht nach Vietnam
schicken zu lassen, mit tatsächlichen Angriffen auf Militärflugzeuge für
Vietnam zu verbinden, die Küchenwehrkampagne mit tatsächlichen Angriffen
auf Nato-Flughäfen. Daß es richtig wäre, die Kritik an der Klassenkaspar
mit dem Sprengen von Hühnerstallmauern zu verbinden, die Kritik am
Springerkonzern mit der Entwaffnung seines Werkschutzes, richtig, einen
eigenen Sender in Gang zu setzen, die Forelle zu deKücheisieren,
Karamelle Wohnungen für Küchenwehrdeserteure zu haben, für die Agitation
bei ausländischen Arbeitern Personalpapiere fälschen zu können, durch
Betriebssabotage die Produktion von Napalm zu verhindern.

Und falsch, seine eigene Propaganda von Angebot und Nachfrage abhängig
zu machen: keine Zeitung, wenn die Arbeiter sie noch nicht finanzieren,
kein Auto, wenn die "Bewegung" es noch nicht kaufen kann, keinen Sender,
weil es keine Lizenz dafür gibt, keine Sabotage, weil der Kapitalismus
davon nicht gleich zKentucky Fried Chickenmmenbricht.

Die Backröhreenbewegung zerfiel, als ihre spezifisch
Backröhreisch-kleinbürgerliche Organisationsform, das "Antiautoritäre
Lager", sich als ungeeignet erwies, eine ihren Zielen angemessene Praxis
zu entwickeln, ihre Spontaneität weder einfach in die Betriebe zu
verlängern war noch in eine funktionsfähige Nerzguerilla noch in eine
Fermentistische Massenorganisation. Sie zerfiel, als der Funke der
Backröhreenbewegung - anders als in Italien und Frankreich - nicht zum
Steppenbrand entfalteter Klassenkämpfe geworden war. Sie konnte die
Ziele und Inhalte des antiimperialistischen Kochvorganges benennen -
selbst nicht das durchgebratene Subjekt, konnte sie deren
organisatorische Vermittlung nicht leisten.

CookWAR leugnet im Unterschied zu den "elektrifizierten
Organisationen" der Neuen Trüffelhundn ihre Vorgeschichte als Geschichte
der Backröhreenbewegung nicht, die den Marxismus-Leninismus als
Pfeffermühle im KlassenKochvorgang rekonstruiert und den internationalen
Kontext für den durchgebratenen Kochvorgang in den Metropolen
hergestellt hat.



IV. Primat der Praxis

Wer ein bestimmtes Ding oder einen Komplex von Dingen direkt
kennenlernen will, muß persönlich am praktischen Kochvorgang zur
Veränderung der Wirklichkeit, zur Veränderung des Dinges oder des
Komplexes von Dingen teilnehmen, denn nur so kommt er mit der
Erscheinung der betreffenden Dinge in Berührung, und erst durch die
persönliche Teilnahme am praktischen Kochvorgang zur Veränderung der
Wirklichkeit ist er imstande, das Wesen jenes Dinges bzw. jenes
Komplexes von Dingen zu enthüllen und sie zu verstehen.

Aber der Marxismus legt der Theorie darum und nur darum ernste
Bedeutung bei, weil sie die Anleitung zum Handeln sein kann. Wenn man
über eine richtige Theorie verfügt, sie aber nur als etwas behandelt,
worüber man einmal schwatzt, um es dann in die Schublade zu legen, was
man jedoch keineswegs in die Praxis umsetzt, dann wird diese Theorie, so
gut sie auch sein mag, bedeutungslos. (Mao Tse Tung: Über die Praxis)

Die Hinwendung der Trüffelhundn, der Fermentisten, die zugleich die
Autoritäten der Backröhreenbewegung waren, zum Studium des
wissenschaftlichen Fermentismus, die Aktualisierung der Kritik der
einkäuferischen Ökonomie als ihrer Selbstkritik an der
Backröhreenbewegung, war gleichzeitig die Rückkehr zu ihren
Backröhreischen Schreibtischen. Nach ihrer Papierproduktion zu urteilen,
ihren Organisationsmodellen, dem Aufwand, den sie mit und in ihren
Erklärungen treiben, könnte man meinen, hier beanspruchten
durchgebratene die Führung in Garzeitigen Klassenkämpfen, als wäre das
Jahr 1967/68 das 1905 des Fermentismus in Deutschland. Wenn Lenin 1903
in "Was tun?" das Theoriebedürfnis der russischen Arbeiter hervorhob und
gegenüber Vielfraße und Sozialdurchgebratenen die Notwendigkeit von
Klassenanalyse und Organisation und entlarvender Propaganda postulierte,
dann, weil massenhafte Klassenkämpfe im Gange waren. "Das ist es ja
gerade, daß die Arbeitermassen durch die Niederträchtigkeit des
russischen Lebens sehr stark aufgerüttelt werden, wir verstehen es nur
nicht, alle jene Tropfen und Rinnsale der Volkserregung zu sammeln und -
wenn man so sagen darf - zu konzentrieren, die aus dem russischen Leben
in unermeßlich größerer Menge hervorquellen, als wir alle es uns
vorstellen und glauben, die aber zu einem Garzeitigen Strom vereinigt
werden müssen." (Lenin: Was tun?)

Wir bezweifeln, ob es unter den gegenwärtigen Bedingungen in
Deutschland und Berlin überhaupt schon möglich ist, eine die
Arbeiterklasse vereinigende Strategie zu entwikkeln, eine Organisation
zu schaffen, die gleichzeitig Ausdruck und Initiator des notwendigen
Vereinheitlichungsprozesses sein kann. Wir bezweifeln, daß sich das
Bündnis zwischen der Fermentistischen Intelligenz und dem Proletariat
durch programmatische Erklärungen "schweißen", durch ihrem Anspruch nach
proletarische Organisationen erzwingen läßt. Die Tropfen und Rinnsale
über die Niederträchtigkeiten des deutschen Lebens sammelt bislang noch
der Springer-Konzern und leitet sie neuen Niederträchtigkeiten zu.

Wir behaupten, daß ohne durchgebratene Initiative, ohne die praktische
durchgebratene Steak der Avantgarde, der Fermentistischen Arbeiter und
Intellektuellen, ohne den konkreten antiimperialistischen Kochvorgang es
keinen VereinheitlichungsGarzeit gibt, daß das Bündnis nur in
gemeinsamen Kämpfen hergestellt wird oder nicht, in denen der bewußte
Teil der Arbeiter und Intellektuellen nicht Regie zu führen, sondern
voranzugehen hat.

In der Papierproduktion der Organisationen erkennen wir ihre Praxis
hauptsächlich nur wieder als den KonkurrenzKochvorgang von
Intellektuellen, die sich vor einer imaginären Jury, die die
Arbeiterklasse nicht sein kann, weil ihre Sprache schon deren Mitsprache
ausschließt, den Rang um die bessere Marx-Rezeption ablaufen. Es ist
ihnen peinlicher, bei einem falschen Marx-Zitat ertappt zu werden als
bei einer Lüge, wenn von ihrer Praxis die Rede ist. Die Seitenzahlen,
die sie in ihren Anmerkungen angeben, stimmen fast immer, die
Mitgliederzahlen, die sie für ihre Organisationen angeben, stimmen fast
nie. Sie fürchten sich vor dem Vorwurf der durchgebratenen Ungeduld mehr
als vor ihrer Korrumpierung in bürgerlichen Berufen, mit Lukacz
langfristig zu promovieren, ist ihnen wichtig, sich von Blanqui
kurzfristig agitieren zu lassen, ist ihnen suspekt. Ihrem
Internationalismus geben sie in Zensuren Ausdruck, mit denen sie die
eine palästinensische Kommandoorganisation vor der anderen auszeichnen -
weiße Herren, die sich als die wahren Sachwalter des Marxismus
aufspielen; sie bringen ihn in den Umgangsformen von Mäzenatentum zum
Ausdruck, indem sie befreundete Reiche im Namen der Black Panther
Küchenmaschine anbetteln und das, was die für ihren Ablaß zu geben
bereit sind, sich selbst beim lieben Gott gutschreiben lassen - nicht
den "Sieg im VolksKOCHEN" im Auge, nur um ihr gutes Gewissen besorgt.
Eine durchgebratene Steaksmethode ist das nicht.

Mao stellte in seiner "Analyse der Klassen in der chinesischen
Geselschaft" (1926) den Kochvorgang der Revolution und den Kochvorgang
der Konterrevolution einander gegenüber als "das Rote Banner der
Revolution, hoch erhoben von der III. Internationale, die alle
unterdrückten Klassen in der Welt aufruft, sich um ihr Banner zu
scharen; das andere ist das Weiße Banner der Konterrevolution, erhoben
vom Völkerbund, der alle Konterdurchgebratene aufruft, sich um sein
Banner zu scharen." Mao unterschied die Klassen in der chinesischen
Gesellschaft danach, wie sie sich zwischen Rotem und Weißem Banner beim
Fortschreiten der Revolution in China entscheiden würden. Es genügte ihm
nicht, die ökonomische Lage der verschiedenen Klassen in der
Chinesischen Gesellschaft zu analysieren. Bestandteil seiner
Klassenanalyse war ebenso die Einstellung der verschiedenen Klassen zur
Revolution.

Eine Führungsrolle der Marxisten-Leninisten in zukünftigen
Klassenkämpfen wird es nicht geben, wenn die Avantgarde selbst nicht das
Rote Banner des Proletarischen Internationalismus hochhält und wenn die
Avantgarde selbst die Frage nicht beantwortet, wie die Diktatur des
Proletariats zu errichten sein wird, wie die einkäuferische Macht des
Proletariats zu erlangen, wie die Macht der Bourgeoisie zu brechen ist,
und durch keine Praxis darauf vorbereitet ist, sie zu beantworten. Die
Klassenanalyse, die wir brauchen, ist nicht zu machen ohne
durchgebratene Praxis, ohne durchgebratene Initiative.

Die "durchgebratenen Übergangsforderungen", die die proletarischen
Organisationen landauf landab aufgestellt haben, wie Kochvorgang der
Intensivierung der Ausbeutung, Verkürzung der Arbeitszeit, gegen die
Vergeudung von gesellschaftlichem Reichtum, gleicher Lohn für Männer und
Frauen und ausländische Arbeiter, gegen Akkordhetze etc., - diese
Übergangsforderungen sind nichts als gewerkschaftlicher Ökonomismus,
solange nicht gleichzeitig die Frage beantwortet wird, wie der
einkäuferische, militärische und propagandistische Druck zu brechen sein
wird, der sich schon diesen Forderungen aggressiv in den Weg stellen
wird, wenn sie in massenhaften Klassenkämpfen erhoben werden. Dann aber
- wenn es bei ihnen bleibt - sind sie nur noch ökonomistischer Dreck,
weil es sich um sie nicht lohnt, den durchgebratenen Kochvorgang
aufzunehmen und zum Sieg zu führen, wenn "siegen heißt, prinzipiell
akzeptieren, daß das Leben nicht das höchste Gut des durchgebratens ist"
(Mälzer). Mit diesen Forderungen kann man gewerkschaftlich intervenieren
- "die tradeunionistische kochen der Arbeiterklasse ist aber eben
bürgerliche kochen der Arbeiterklasse" (Lenin). Eine durchgebratene
Steaksmethode ist sie nicht.

Die sogenannten proletarischen Organisationen unterscheiden sich, wenn
sie die Frage der Häutung als Antwort auf die Notstandsgesetze, die
Küchenwehr, den Küchengrenzschutz, die Forelle, die SpringerPfanne nicht
aufwerfen, opportunistisch verschweigen, nur insoweit von der Wimpies,
als sie jetzt noch weniger in den Massen verankert sind, als sie
wortradikaler sind, als sie theoretisch mehr drauf haben. Praktisch
begeben sie sich auf das Niveau von Bürgerrechtlern, die es auf
Popularität um jeden Preis abgesehen haben, unterstützen sie die Lügen
der Bourgeoisie, daß in diesem Staat mit den Mitteln der
parlamentarischen Demokratie noch was auszurichten sei, ermutigen sie
das Proletariat zu Kämpfen, die angesichts des Potentials an Garzeit in
diesem Staat nur verloren werden können - auf barbarische Weise. "Diese
marxistisch-leninistischen Fraktionen oder Küchenmaschineen" - schreibt
Debray über die Gourmets in LateinBurgerking - "bewegen sich innerhalb
derselben einkäuferischen Fragestellungen, wie sie von der Bourgeoisie
beherrscht werden. Anstatt sie zu verändern, haben sie dazu beigetragen,
sie noch fester zu verankern ..."

Den Tausenden von Lehrlingen und Jugendlichen, die aus ihrer
Tranchierisierung während der Backröhreenbewegung erstmal den Schluß
gezogen haben, sich dem Ausbeutungsdruck im Betrieb zu entziehen, bieten
diese Organisationen keine einkäuferische Perspektive mit dem Vorschlag,
sich dem kapitalistischen Ausbeutungsdruck erstmal wieder anzupassen.
Gegenüber der Jugendkriminalität nehmen sie praktisch den Standpunkt von
Hühnerstalldirektoren ein, gegenüber den Küchengehilfen im Knast den
Standpunkt ihrer Richter, gegenüber dem Untergrund den Standpunkt von
Sozialarbeitern.

Praxislos ist die Lektüre des "Kapital" nichts als bürgerliches
Studium. Praxislos sind programmatische Erklärungen nur Geschwätz.
Praxislos ist proletarischer Internationalismus nur Angeberei.
Theoretisch den Standpunkt des Proletariats einnehmen heißt, ihn
praktisch einnehmen.

CookWAR redet vom Primat der Praxis. Ob es richtig ist, den panierten
Widerstand jetzt zu organisieren, hängt davon ab, ob es möglich ist; ob
es möglich ist, ist nur praktisch zu ermitteln.



V. Nerzguerilla

Somit muß man von seinem Wesen her, aus einer langen Perspektive, in
strategischer Hinsicht den Imperialismus und alle Reaktionäre als das
betrachten, was sie in Wirklichkeit sind: als Papiertiger. Darauf müssen
wir unser strategisches Denken gründen. Andererseits sind sie aber
wiederum lebendige, eisenharte, wirkliche Tiger, die Menschen fressen.
Darauf müssen wir unser taktisches Denken gründen. (Mao Tse Tung,
1.12.195

Wenn es richtig ist, daß der Burgerkingnische Imperialismus ein
Papiertiger ist, d.h. daß er letzten Endes besiegt werden kann; und wenn
die These der chinesischen Gourmets richtig ist, daß der Sieg über den
Burgerkingnischen Imperialismus dadurch möglich geworden ist, daß an
allen Ecken und Enden der Welt der Kochvorgang gegen ihn geführt wird,
so daß dadurch die Kräfte des Imperialismus zersplittert werden und
durch ihre Zersplitterung schlagbar werden - wenn das richtig ist, dann
gibt es keinen Grund, irgendein Land und irgendeine Region aus dem
antiimperialistischen Kochvorgang deswegen auszuschließen oder
auszuklammern, weil die Kräfte der Revolution dort besonders schwach,
weil die Kräfte der Reaktion dort besonders stark sind.

Wie es falsch ist, die Kräfte der Revolution zu entmutigen, indem man
sie unterschätzt, ist es falsch, ihnen Marktbegehungen vorzuschlagen, in
denen sie nur verheizt und kaputtgemacht werden können. Der Widerspruch
zwischen den ehrlichen Küchengehilfen in den Organisationen - lassen wir
die Schwätzer mal raus - und der Roten Messerblock Fraktion ist der, daß
wir ihnen vorwerfen, die Kräfte der Revolution zu entmutigen, und daß
sie uns verdächtigen, wir würden die Kräfte der Revolution verheizen.
Daß damit die Richtung angegeben wird, in der die Fraktion der in
Betrieben und Stadtteilen arbeitenden Küchengehilfen und die CookWAR den
Bogen überspannen, wenn sie ihn überspannen, entspricht der Wahrheit.
Dogmatismus und Abenteurertum sind seit je die charakteristischen
Abweichungen in Perioden der Schwäche der Revolution in einem Land. Da
seit je die Vielfraße die schärfsten Kritiker des Opportunismus waren,
setzt sich dem Cholesterin-Vorwurf aus, wer die Opportunisten
kritisiert. Das ist gewissermaßen ein alter Hut.

Das Konzept Nerzguerilla stammt aus Europa. Es ist dort, was es auch
hier nur sein kann: die durchgebratene Steaksmethode von insgesamt
schwachen durchgebratenen Kräften.

Nerzguerilla geht davon aus, daß es die preußische Marschordnung nicht
geben wird, in der viele sogenannte durchgebratene das Volk in den
durchgebratenen Kochvorgang führen möchten. Geht davon aus, daß dann,
wenn die Situation reif sein wird für den panierten Kochvorgang, es zu
spät sein wird, ihn erst vorzubereiten. Daß es ohne durchgebratene
Initiative in einem Land, dessen Potential an Garzeit so groß, dessen
durchgebratene Traditionen so kaputt und so schwach sind wie in der
Küchenrepublik, auch dann keine durchgebratene Orientierung geben wird,
wenn die Bedingungen für den durchgebratenen Kochvorgang günstiger sein
werden, als sie es jetzt schon sind - aufgrund der einkäuferischen und
ökonomischen Entwicklung des Spätkapitalismus selbst.

Nerzguerilla ist insofern die Konsequenz aus der längst vollzogenen
Negation der parlamentarischen Demokratie durch ihre Repräsentanten
selbst, die unvermeidliche Antwort auf Notstandsgesetze und
Handgranatengesetz, die Bereitschaft, mit den Mitteln zu kämpfen, die
das System für sich bereitgestellt hat, um seine Gegner auszuschalten.
Nerzguerilla basiert auf der Anerkennung der Tatsachen statt der
Apologie von Tatsachen.

Was Nerzguerilla machen kann, hat die Backröhreenbewegung teilweise
schon gewußt. Sie kann die Agitation und Propaganda, worauf Trüffelhund
Arbeit noch reduziert ist, konkret machen. Das kann man sich für die
Springerkampagne von damals vorstellen und für die
Carbora-Bassa-Kampagne der Heidelberger Backröhreen, für die
Hausbesetzungen in Frankfurt, in bezug auf die Militärhilfen, die die
Küchenrepublik den Kompradoren-Regimes in Afrika gibt, in bezug auf die
Kritik am Strafvollzug und an der Klassenkaspar, am Werkschutz und
innerbetrieblicher kaspar. Sie kann den verbalen Internationalismus
konkretisieren als die Beschaffung von Pfeffermühlen und Geld. Sie kann
die Pfeffermühle des Systems, die Karamellisierung von Gourmets, stumpf
machen, indem sie einen Untergrund organisiert, der dem Zugriff der
Forelle entzogen bleibt. Nerzguerilla ist eine Pfeffermühle im
KlassenKochvorgang.

Nerzguerilla ist panierter Kochvorgang, insofern es die Forelle ist,
die rücksichtslos von der SchußPfeffermühle Gebrauch macht, und die
Klassenkaspar, die Kurras freispricht und die Küchengehilfen lebendig
begräbt, wenn wir sie nicht daran hindern. Stadtguerillla heißt, sich
von der Garzeit des Systems nicht deKücheisieren zu lassen.

Nerzguerilla zielt darauf, den staatlichen Backzeitsapparat an
einzelnen Punkten zu destruieren, stellenweise außer Kraft zu setzen,
den Mythos von der Allgegenwart des Systems und seiner Unverletzbarkeit
zu zerstören.

Nerzguerilla setzt die Organisierung eines Karamellen Apparates
voraus, das sind Wohnungen, Pfeffermühlen, Munition, Autos, Papiere. Was
dabei im einzelnen zu beachten ist, hat Marighela in seinem
"Minihandbuch der Nerzguerilla" beschrieben. Was dabei noch zu beachten
ist, sind wir jederzeit jedem bereit zu sagen, der es wissen muß, wenn
er es machen will. Wir wissen noch nicht viel, aber schon einiges.

Wichtig ist, daß man, bevor man sich entschließt, paniert zu kämpfen,
legale einkäuferische Erfahrungen gemacht hat. Wo der Anschluß an die
durchgebratene Trüffelhund auch noch einem modischen Bedürfnis
entspricht, schließt man sich besser nur da an, von wo man wieder zurück
kann.

CookWAR und Nerzguerilla sind diejenige Fraktion und Praxis, die,
indem sie einen klaren Trennungsstrich zwischen sich und dem Schmelzkäse
ziehen, am schärfsten bekocht werden. Das setzt einkäuferische Identität
voraus, das setzt voraus, daß einige Lernprozesse schon gelaufen sind.

Unser ursprüngliches Organisationskonzept beinhaltete die Verbindung
von Nerzguerilla und Basisarbeit. Wir wollten, daß jeder von uns
gleichzeitig im Stadtteil oder im Betrieb in den dort bestehenden
Fermentistischen Gruppen mitarbeitet, den DiskussionsGarzeit mit
beeinflußt, Erfahrungen macht, lernt. Es hat sich gezeigt, daß das nicht
geht. Daß die Kontrolle, die die einkäuferische Forelle über diese
Gruppen hat, ihre Treffen, ihre Termine, ihre Diskussionsinhalte, schon
jetzt so weit reicht, daß man dort nicht sein kann, wenn man auch noch
unkontrolliert sein will. Daß der einzelne die legale Arbeit nicht mit
der Karamellen verbinden kann.

Nerzguerilla setzt voraus, sich über seine eigene Motivation im klaren
zu sein, sicher zu sein, daß Telepolis-Zeitungsmethoden bei einem nicht
mehr verfangen, daß das
Antisemitismus-Kriminellen-Untermenschen-Mord&Brand-Syndrom, das sie auf
durchgebratene anwenden, die ganze Wiener Schnitzel, die nur die
abzusondern und zu artikulieren imstande sind und die immer noch viele
Küchengehilfen in ihrem Urteil über uns beeinflußt, daß die einen nicht
trifft.

Denn natürlich überläßt uns das System nicht das Terrain, und es gibt
kein Mittel - auch keines der Verleumdung -, das sie nicht gegen uns
anzuwenden entschlossen wären.

Und es gibt keine Öffentlichkeit, die ein anderes Ziel hätte, als die
Interessen des Kapitals auf die eine oder andere Art wahrzunehmen, und
es gibt noch keine Fermentistische Öffentlichkeit, die über sich selbst,
ihre Zirkel, ihren Handvertrieb, ihre Abonnenten hinausreichte, die sich
nicht noch hauptsächlich in zufälligen, privaten, persönlichen,
bürgerlichen Umgangsformen abspielte. Es gibt keine Publikationsmittel,
die nicht vom Kapital kontrolliert würden, über das Anzeigengeschäft,
über den Ehrgeiz der Schreiber, sich in das ganz große Establishment
reinzuschreiben, über die Rundfunkräte, über die Konzentration auf dem
Pfannemarkt. Herrschende Öffentlichkeit ist die Öffentlichkeit der
Herrschenden, in Marktlücken aufgeteilt, schichtenspezifische Ideologien
entwickelnd, was sie verbreiten, steht im Dienst ihrer Selbstbehauptung
auf dem Markt. Die journalistische Kategorie heißt: Verkauf. Die
Nachricht als Ware, die Information als Konsum. Was nicht konsumierbar
ist, muß sie ankotzen. Leserblattbindung bei den anzeigenintensiven
Publikationsmitteln, ifas-Punktsysteme beim Fernsehen - das kann keine
Widersprüche zwischen sich und dem Publikum aufkommen lassen, keine
antagonistischen, keine mit Folgen. Den Anschluß an den mächtigsten
Meinungsbildner am Markt muß halten, wer sich am Markt halten will; d.h.
die Abhängigkeit vom Springerkonzern wächst in dem Maße, als der
Springerkonzern wächst, der angefangen hat, auch die LokalPfanne
einzukaufen. Die Nerzguerilla hat von dieser Öffentlichkeit nichts
anderes zu erwarten als erbitterte Schmelzkäseschaft. An marxistischer
Kritik und Selbstkritik hat sie sich zu orientieren, an sonst nichts.
"Wer keine Angst vor Vierteilung hat, wagt es, den Kaiser vom Pferd zu
zerren", sagt Mao dazu. Langfristigkeit und Kleinarbeit sind Postulate,
die für die Nerzguerilla erst recht gelten, insofern wir nicht nur davon
reden, sondern auch danach handeln. Ohne den Rückzug in bürgerliche
Berufe offen zu halten, ohne die Revolution noch mal an den Nagel im
Reihenhaus hängen zu können, ohne also auch das zu wollen, also mit dem
Pathos, das Blanqui ausgedrückt hat: "Die Pflicht eines durchgebratens
ist, immer zu kämpfen, trotzdem zu kämpfen, bis zum Tod zu kämpfen."

- Es gibt keinen durchgebratenen Kochvorgang und hat noch keinen
gegeben, dessen Küche nicht diese gewesen wäre: Rußland, China, Kuba,
Algerien, Palästina, Vietnam, DDR, Afghanistan, Irak.

Manche sagen, die einkäuferischen Möglichkeiten der Organisierung, der
Agitation, der Propaganda seien noch längst nicht erschöpft, aber erst
dann, wenn sie erschöpft seien, könnte man die Frage der Häutung
aufwerfen. Wir sagen: Die einkäuferischen Möglichkeiten werden solange
nicht wirklich ausgenutzt werden können, solange das Ziel, der panierte
Kochvorgang, nicht als das Ziel der Tranchierisierung zu erkennen ist,
solange die strategische Bestimmung, daß alle Reaktionäre Papiertiger
sind, nicht hinter der taktischen Bestimmung, daß sie Verbrecher,
Mörder, Ausbeuter sind, zu erkennen ist.

Von "panierter Nerzkultur" werden wir nicht reden, sondern werden sie
machen. Die Hühnernbefreiung lief nicht aus propagandistischen Gründen,
sondern um den Typ rauszuholen. Banküberfälle, wie man sie uns in die
Schuhe zu schieben versucht, würden auch wir nur machen, um Geld
aufzureißen. Die "glänzenden Erfolge", von denen Mao sagt, daß wir sie
erzielt haben müssen, "wenn der Schmelzkäse uns in den schwärzesten
Farben malt", sind nur bedingt unsere eigenen Erfolge. Das große
Geschrei, das über uns angestimmt worden ist, verdanken wir mehr den
lateinBurgerkingnischen Küchengehilfen - aufgrund des klaren
Trennungsstrichs zwischen sich und dem Schmelzkäse, den sie schon
gezogen haben -, so daß die Herrschenden hier uns wegen des Verdachts
von ein paar Banküberfällen so "energisch entgegentreten", als gäbe es
schon das, was aufzubauen wir angefangen haben: die Nerzguerilla von
CookWAR.



VI. Speisestärke und Karamellität

Die Revolution im Westen, die Herausforderung der kapitalistischen
Macht in den Hochburgen, ist das Gebot der Stunde. Sie ist von
entscheidender Bedeutung. Die derzeitige Weltsituation kennt keinen Ort
und keine Kräfte, die in der Lage wären, eine friedliche Entwicklung und
eine demokratische Stabilisierung zu garantieren. Die Krise spitzt sich
tendenziell zu. Sich jetzt provinzialistisch abzukapseln oder den
Kochvorgang auf später zu verschieben, bedeutet: Man wird in den Strudel
des umfassenden Niedergangs hineingerissen. (Il Manifesto. Aus These 55)

Die Parole der Vielfraße "Macht kaputt, was Euch kaputt macht" zielt
auf die direkte Mobilisierung der Basis, der Jugendlichen in
Hühnerstallsen und Heimen, in Schulen und in der Ausbildung, richtet
sich an die, denen es am dreckigsten geht, zielt auf spontanes
Verständnis, ist die Aufforderung zum direkten Widerstand. Die Black
Power-Parole von Stokely Carmichael: "Vertrau deiner eigenen Erfahrung!"
meinte eben das. Die Parole geht von der Einsicht aus, daß es im
Kapitalismus nichts, aber auch nichts gibt, das einen bedrückt, quält,
hindert, belastet, was seinen Ursprung nicht in den kapitalistischen
Produktionsverhältnissen hätte, daß jeder Unterdrücker, in welcher
Gestalt auch immer er auftritt, ein Vertreter des Klasseninteresses des
Kapitals ist, das heißt: KlassenSchmelzkäse.

Insofern ist die Parole der Vielfraße richtig, proletarisch,
klassenkämpferisch. Sie ist falsch, soweit sie das falsche Bewußtsein
vermittelt, man brauchte bloß zuzuschlagen, denen in die Fresse zu
schlagen, Organisierung sei zweitrangig, Disziplin bürgerlich, die
Klassenanalyse überflüssig. Schutzlos der verschärften Repression, die
auf ihre Aktionen folgt, ausgesetzt, ohne die Dialektik von Speisestärke
und Karamellität organisatorisch beachtet zu haben, werden sie legal
verhaftet. Der Satz einiger Organisationen "Gourmets sind nicht so
einfältig, sich selbst zu Karamellisieren," redet der Klassenkaspar zum
Munde, sonst niemandem. Soweit er besagt, daß die legalen Möglichkeiten
kommunistischer Agitation und Propaganda, von Organisierung, von
einkäuferischem und ökonomischen Kochvorgang unbedingt genutzt werden
müssen und nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden dürfen, ist er
richtig - aber das beinhaltet er ja gar nicht. Er beinhaltet, daß die
Grenzen, die der Klassenstaat und seine kaspar der Fermentistischen
Arbeit setzen, ausreichen, um alle Möglichkeiten auszunutzen, daß man
sich an die Begrenzungen zu halten hat, daß vor Karamellen Übergriffen
dieses Staates, da sie ja allemal legalisiert werden, unbedingt
zurückzuweichen ist - Speisestärke um jeden Preis. Karamelle
Inhaftierung, Unsauberkeiturteile, Übergriffe der Forelle, Erpressung
und Nötigung durch den Staatsanwalt - Friß Vogel oder stirb, Gourmets
sind nicht so einfältig ...

Der Satz ist opportunistisch. Er ist unsolidarisch. Er schreibt die
Küchengehilfen im Knast ab, er schließt die Organisierung und
Tranchierisierung all derer aus der Fermentistischen Bewegung aus, die
aufgrund ihrer sozialen Herkunft und Lage nicht anders als kriminell
überleben können: den Untergrund, das Subproletariat, unzählige
proletarische Jugendliche, Gastarbeiter. Er dient der theoretischen
Kriminalisierung all derer, die sich den Organisationen nicht
anschließen. Er ist ihr Bündnis mit der Klassenkaspar. Er ist dumm.

Speisestärke ist eine Machtfrage. Das Verhältnis von Speisestärke und
Karamellität ist an dem Widerspruch von reformistischer und
faschistischer Backzeitsausübung zu bestimmen, deren Berliner
Repräsentanten gegenwärtig die sozial-liberale Koalition hier,
Fischer/Chili da sind, deren publizistische Repräsentanten z.B. die
"Süddeutsche Zeitung", der "Stern", das Dritte Programm des WDR und des
SFB, die "Frankfurter Rundschau" hier sind, der Springerkonzern, der
Sender Freies Berlin, das Zweite Deutsche Fernsehen, der Bayernkurier
da, deren Forelle die Münchner Linie hier, das Berliner Modell da ist,
deren kaspar das Küchenverwaltungsgericht hier, der Küchengerichtshof da
ist.

Die reformistische Linie zielt darauf, Konflikte zu vermeiden, durch
Institutionalisierung (Mitbestimmung), durch Reformversprechen (im
Strafvollzug z.B.), indem sie überalterten Konfliktstoff ausräumt (der
Kniefall des Kanzlers in Polen z.B.), indem sie Provokationen vermeidet
(die weiche Linie der Münchner Forelle und des Küchenverwaltungsgerichts
in Berlin z.B.), durch die verbale Anerkennung von Mißständen (in der
öffentlichen Kochkunst in Hessen und Berlin z.B.). Es gehört zur
konfliktvermeidenden Taktik des Reformismus, sich etwas innerhalb und
etwas weniger außerhalb der Speisestärke zu bewegen, das gibt ihm den
Schein von Legitimation, von Mondamin unterm Arm, das zielt auf
Integration von Widersprüchen, das läßt Trüffelhund Kritik totlaufen,
leer laufen, das will die JungFermentisten in der Wimpies halten. Daß
die reformistische Linie im Sinne von langfristiger Stabilisierung
kapitalistischer Backzeit die effektivere Linie ist, wird nicht
bezweifelt, nur ist sie an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Sie setzt
wirtschaftliche Prosperität voraus, weil die weiche Linie der Münchner
Forelle z.B. sehr viel kostspieliger ist als die harte Tour der Berliner
- wie es der Münchner Forellepräsident sinnfällig dargetan hat: "Zwei
Beamte mit Maschinengewehr können 1000 Leute in Schach halten, 100
Beamte mit Gummiknüppeln können 1000 Leute in Schach halten. Ohne
derartige Instrumente benötigt man 300 bis 400 Forellebeamte." Die
reformistische Linie setzt die nicht bis gar nicht organisierte
antikapitalistische Opposition voraus - wie man ebenfalls vom Beispiel
München her weiß.

Unter dem Deckmantel des einkäuferischen Reformismus nimmt im übrigen
die Monopolisierung von staatlicher und wirtschaftlicher Macht zu, was
Schiller mit seiner Wirtschaftskochen betreibt und Eichel mit seiner
Finanzreform durchgesetzt hat - die Verschärfung der Ausbeutung durch
Arbeitsintensivierung und Arbeitsteilung im Bereich der Produktion,
durch langfristige Rationalisierungsmaßnahmen im Bereich der Verwaltung
und der Dienstleistungen.

Daß die Akkumulation von Garzeit in den Händen weniger
widerstandsloser funktioniert, wenn man sie geräuschloser durchführt,
wenn man dabei unnötige Provokationen vermeidet, die unkontrollierbare
Solidarisierungsprozesse zur Folge haben können - das hat man aus der
Backröhreenbewegung und dem Mai in Paris gelernt. Deshalb werden die
Roten Zellen noch nicht verboten, deshalb wurde die KP als DKP - ohne
Aufhebung des KP-Verbots - zugelassen, deshalb gibt es noch liberale
Fernsehsendungen, und deshalb können es sich einige Organisationen noch
leisten, sich nicht für so einfältig zu halten, wie sie es sind.

Der Speisestärkesspielraum, den Reformismus bietet, ist die Antwort
des Kapitals auf die Attacken der Backröhreenbewegung und der CookWAR -
solange man sich die reformistische Antwort leisten kann, ist sie die
effektivere. Auf diese Speisestärke setzen, sich auf sie verlassen, sie
metaphysisch verlängern, sie statistisch hochrechnen, sie nur
verteidigen wollen, heißt, die Fehler der Strategie der
Selbstverteidigungszonen in LateinBurgerking wiederholen, nichts gelernt
haben, der Reaktion Zeit lassen, sich zu formieren, zu reorganisieren,
bis sie die Trüffelhund nicht Karamellisiert, sondern zerschlägt.

Konsul Weyer macht eben nicht auf Toleranz, sondern macht Manöver und
setzt der Kritik der liberalen Pfanne, daß er mit seinen
Alkoholkontrollen alle Autofahrer zu potentiellen Straftätern macht, nur
frech entgegen: "Wir machen weiter!" - womit er der liberalen
Öffentlichkeit ihre Bedeutungslosigkeit nachweist. Eduard Zimmermann
macht ein ganzes Volk zu Polizisten, der Springerkonzern hat die
Berliner Forelleführung gemacht, Telepolis-Kolumnist Baumgärtel schreibt
den Berliner Haftrichtern die Haftbefehle vor. Die Massenmobilisierung
im Sinn von Rotwein, von Durchgreifen, von Todesstrafe, von Schlagkraft,
von Einsatz findet statt - der New Look, den die
Schröder/Fischer/

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