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[thing-group] Received 10. 03. 2010 11:25 from from

Re: was machen?

Liebe Frau Gamdzyk,
anbei noch zwei Überlegungen zu ihrer sinnvollen und letzten Frage, jene bezüglich der "Nachhaltigkeit":

"Sie haben sehr viel Recht, indem Sie zum Boykott hier und sofort aufrufen, aber was genau sollte
Ihrer Meinung nach das genaue Ziel sein, die Vision? Haben Sie Beispiele aus der Vergangenheit,
die über radikales Vorgehen "nachhaltig" etwas verändert haben?"

"Denn Gesellschaft lässt sich (Gott sei Dank) nicht abschaffen."

Abgesehen davon, das der Begriff der "Nachhaltigkeit" inzwischen kreuz und quer benützt wird, etwa für:
"nachhaltige Rüstungspotentiale aufbauen, die zur Unterstützung der in Afghanistan operierenden Truppen möglichst hilfreiche Mittel und Ressourcen zur Seite stellen werden, " - "Nachhaltige Ziele der Energiepolitik im Bereich der Reaktorforschung ,." ...etc!"

"Nachhaltigkeit" gehört heute erst mal wieder vom Kopf auf die Füße gestellt, als Begriff im Konsens erläutert und danach gemeinsam im Einverständnis umgesetzt!

"Nachhaltige Veränderungen" sind in der gesamten Gewerkschaftsbewegung zugunsten der Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer in den USA und Europa bis in die 60er Jahre umgesetzt worden.
Die 68er Revolte hat eine "nachhaltige Entwicklung" in Richtung aufgeklärterem Umgang miteinander bewirkt und die Befreiung in Sitten und Moralvorstellungen der Menschen "nachhaltig" und zum Guten beeinflusst wie gefördert! (55 weitere Beispiele ebenfalls, ...)
(Natürlich darf man in Bezug auf die Bewertung der 1968er Thematik, wie der Autor Götz Aly etwa, in einer angeblich „freien, pluralistischen“ Gesellschaft auch das Gegenteil behaupten und dazu Bücher veröffentlichen,.!)


Und was zu ihrer Meinung, das "Gesellschaft sich nicht abschaffen lasse", begleitend zu sagen wäre, drückt im Ansatz etwa jener Artikel aus, der heute in "Financial Times" Deutschland, publiziert wurde: (und das sagt die Wirtschaftspresse,..!) ...

"Schlimmer jedoch scheinen die gesellschaftlichen Konsequenzen des ausgearteten marktwirtschaftlichen Systems, die längst für jedermann sichtbar sind: Während sich die ganz Armen und die ganz Reichen innerlich bereits von der Gesellschaft verabschiedet haben,"

(Wir befinden uns aktuell in einem Prozess der gesellschaftlichen Auflösung und nicht allein nur erkennbar anhand obiger Zitate, ich könnte ihnen hier und allen anderen, 10 Zitate/Indikatoren be-nennen, welche diese Tendenz belegen, ..)

Von einer Publizistin habe ich in einem Interview vor ein paar Monaten in SWR2 zum Thema Gesellschaft, vernehmen können, das diese dort vorschlug, "verarmte Schichten der Bevölkerung" durch Arbeit "wieder in die Gesellschaft" zu integrieren", u.ä.!

Wissen sie was dies bedeutet? Die Gesellschaft ist schon auseinander gebrochen, sie ist gespaltet in Arm und Reich und dies nicht nur in Europa! Weltweit verfügen 375 Familien über 45% der Weltvermögens, (in der Höhe von 2007: 37 Billionen Dollar und dies nicht in der amerik. Schreibweise, die aus Milliarden- /Billiarden macht,..) Vermögen aus Kapitalgewinnen, Ausbeutung von äußeren Ressourcen und denen in Menschen, etc..... welche ihnen zu Kapitalbildung und zu den ihnen angenehmen "Investitionen" weltweit in alleiniger Herrschaft und Machtausübung "überlassen" wurde!

Dies spielt sich ab, jenseits von jeglicher Demokratie und Mitbestimmung der Betroffenen! Von der Mitbestimmung und Sorge für Menschen "befreite". Weltkonzerne sind heute in der Regel mächtiger und einflussreicher als jeglicher Staat, diese benützen die Einzelstaate, die auch noch in Subventionen ausgelaugt werden dazu, ihre Individual-Interessen am Markt durchzusetzen. Gegen die Interessen der indigenen, dort beheimateten Bevölkerung) und das nicht nur in Südamerika, sondern mitten in Europa, in Deutschland! (und Frankreich und Spanien und England,...)

Steuergelder werden einseitig als Subventionen an Unternehmen "vergesellschaftet" (und davor warnte Willy Brandt schon 1969!) und Gewinne aus der "gemeinsamen Arbeit" fließen weiterhin massiv in Einzelunternehmen und "global agierende" Konzerne! - Siehe die aktuell euphemistisch betitelte: "Finanzkrise" und der Umgang damit durch „unsere“ Bundesregierung.
(Übrigens jegliche konventionell aufgestellte Regierung, besonders die SPD geführte, würde ebenso handeln, es geht daher auch nicht darum, (Ausnahmen abgesehen,.) die Politik zu „fordern“, doch „bitte“ etwas zu verändern!!!
(Dies zu wünschen ist sicher aber eine Möglichkeit, den das zeigt Bewusst-heit!)

Sie können mir natürlich jederzeit erzählen, das man sich nur "im Konsens" retten kann, und wenn man weiter hübsch brav anfragt, was man denn verändern darf, in Politik (alle vier Jahre etwa) und in der Wirtschaft und im Zusammenleben, aber das möglichst erst nach der tatkräftigen Unterstützung durch tägliche "Lohnarbeit", in der man das "System", welches man am Abend bekämpft, erst mal kräftig mit "befördert hat!?

---------> jegliche Kurse, um Menschen zum "widerstandigen, bewussteren Sein" und sei es in der Entdeckung ihrer kreativen Potentiale anzuleiten, sind natürlich erwünscht und bisweilen wirksam. (aber ich lese immer wieder von Dutzenden von Menschen in Foren etc., die eine Kunst "erlernt haben" und dann auch wieder nur versuchen, Arbeiten zu verkaufen, um eventuell damit "reich" zu werden, ein Teufelskreis, bewusste Vermittlung tut not!)
( In dem von ihnen verlinkten Beispiel bez. Kunst- Kurse in Unternehmen, hing dann gemeinsam von Mitarbeitern erstellte Kunst (zum Zweck der der Förderung der innerbetrieblichen Teamfähigkeit,..) dann in der selbigen Fimra, um jenen an ihre subventionierte und im Team für Fimreninteressen geschulten Fähigkeiten zu erinnern,..!) Tja?

Ich sehe ein, das vielen derzeit keine "nachhaltige" Wahlmöglichkeit bleibt, so arbeite ich ebenfalls in Grenzen "mit", aber suche mir bewusst Felder aus, die ich "Zähne knirschend" noch mit vertreten kann, aber ich bin mir der allgemeinen Situation bewusst und innerlich zu größeren Veränderungen bereit und habe einige schon hinter mir! (Und ich arbeite mit Menschen an Konzepten zu Veränderungsmöglichkeiten,..)

Ich lese natürlich in ihren Sätzen einen Willen und ein Bewusstsein zur Veränderung heraus, doch das "Wie" und "Warum" und "Wo" müsste auch im Konsens, noch massiver herausgearbeitet werden.

Deshalb auch "Schluss mit der Unterstützung", in jeder Form, des etablierten Kunstmarkts!
Dazu gab es übrigens in Karlsruhe ein Gegenveranstaltung: die "UND", organisiert von der Plattform für Kunstinitiativen.

www.und-plattform.de

Gruß aus Sibirien, B.




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Lieber Herr Brentis,

ich versuche die Realität einzubeziehen. Zu schön ist Ihr Idealismus, doch ob umsetzbar?
Sofort auf die Barrikaden zu gehen, gegen die Bedürfniserzeugung und für die Einfachheit
im offensiven Kampf einzutreten wird nicht gehen. Definitiv nicht. Es bleibt nichts anderes übrig,
als Dialog zu führen, was bedeutet, gemeinsame Sprachebene betreten und sachte vorzugehen,
wenn man gewinnen will. Das ist meine Meinung.

Natürlich habe auch ich keine Lust, in einem ausbeuterischen, vergnügunsorientierten System
zu leben, aber was wir heute als Gesellschaftsform vorfinden brauchte lange, genauso lange braucht
ein Medikament, um den dabei entstandenen Schaden zu heilen.
Wir bewegen uns aber in diesem Rahmen.

Partizipation an einer Gesellschaft heisst für mich in ihr ein gutes, möglichst schmerzfreies Leben zu führen,
ebenso wie sie zum Positiven zu verändern, wobei das Positive naturgemäß unterschiedlich begriffen wird.
Heute hat sich die Lage der Gesellschaft sehr verändert.
Mich wundert es sehr, dass man beispielsweise von der schwindenden Arbeit als Broterwerb spricht,

Sie haben sehr viel Recht, indem Sie zum Boykott hier und sofort aufrufen, aber was genau sollte
Ihrer Meinung nach das genaue Ziel sein, die Vision? Haben Sie Beispiele aus der Vergangenheit,
die über radikales Vorgehen "nachhaltig" etwas verändert haben?

Denn Gesellschaft lässt sich (Gott sei Dank) nicht abschaffen.

Salut

Hallo Frau Gamddzyk,

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