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[thing-group] Received 10. 03. 2010 12:20 from from

Re: was machen?

Hallo Mr. Brust,

wunderbarer Einwand und da ich gerade am Schreiben war,
eine kurze (?) Bemerkung auch dazu (ich hoffe diese, meine Antwort wird jetzt nicht schon "weggefiltert"?)

> Wir werden benützt, vernützt, verführt zu rauschhaftem Konsum,
"vom bösen system, dem schlimmen. hauptsache passiv, denn dann sind tür
und tor offen für klagen und jammern."

Ich bin mir bewusst, das dies als "Jammern" bei ihnen ankommen kann, ist es auch ein wenig, aber auch durch Aufzeigen und Aufzählen einer gelebten und aktiven Haltung dagegen! Und wie ist es damit bestellt, darf man nun (oder sollte man) möglichst sein Missfallen über auch selbst ge- /erlebte Miss-stände nicht ausdrücken dürfen?
Sind diese beseitigt, wenn man nicht darüber redet, oder ist es etwa in der Sache falsch, was ich hier ein wenig "uferlos", „polemisierend“ zu beschreiben versuche?

Wenn darüber geschwiegen wird, ist es sicher nicht besser und Ansätze zur Bewältigung gibt es im künstlerischen Umfeld zu Genüge und auch darüber wird hier diskutiert!? (besser: Arbeiten und das "M**l" halten?)


Was den Kontext "Nahrungsmittelversorgung" weltweit angeht, schreiben sie:

"ein denkbar gutes beispiel, um zu zeigen, dass meiner erfahrung nach oft
diejenigen am meisten jammern und wehklagen, die am wenigsten ahnung haben."

und:

"ein schlechtes beispiel hingegen in jeder anderen hinsicht, denn es ist
schlicht falsch. noch nie in der geschichte der menschheit ..."

warum ist das trotzdem "falsch", ich verstehe ihren Ansatz nicht!?

Mir geht es ebenso um Subsistenz und Selbstversorgung in einer Gesellschaft, in der es möglich wäre, lokal für eigene Bedürfnisse (auch tätig ) zu sorgen und in einer lokalen Verteilung und selbstverwalteten Organisation, sähe die Lage schon weitaus besser und anders aus.

Unsere überproportionierten technischen Möglichkeiten, (die nur von Einigen Zweck-bestimmt werden, .. he,he ..) zielen geradezu auf Knappheit und Unterversorgung, diametral entgegengesetzt zum "Potential" an Erleichterungen, welches durch ihre schiere Existenz uns allen vorgegaukelt wird!?

Wird denn übrigens weniger gearbeitet und weniger verschmutzt, weil es mehr Maschinen und mehr Reichtum gibt, wird weniger gearbeitet und mehr Muße und Ruhe zugelassen, weil der erreichte "Wohlstand" jetzt ausreicht für Alle, diese auch in Nahrung und in weniger Anstrengung zu versorgen un dan Entscheidungen zu beteiligen?

Hier ein gutes Buch von Marshall Sahlins zum Thema "Ökonomie der Mittel in der kulturellen Entwicklung der Menschheit"::

http://books.google.fr/books?id=_qPSLy9564cC&printsec=frontcover&dq=stoneage+economics&source=bl&ots=4MzcO4a3i_&sig=W_tzb30rS-O81t1pGiyHTfS7n-Q&hl=de&ei=0feMS6reDKaOnQPukI21BA&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CAgQ6AEwAA#v=onepage&q=&f=false

#Aber darüber muss man reden können und es dann versuchen umzusetzen, wenn man es nicht anspricht und von der "Politik ", etwa durch "Wahlen "erwartet, irgendetwas zum Besseren anzustoßen, dann reicht das eben manchmal nicht!

Unmut auszudrücken ist eine Sache, aber diesen zu diskutieren ist wie sich hier zeigt, ebenso notwendig und wer sagt ihnen das ich konkret nicht Dinge tue, die in diese Richtung gehen,..?
Konstruktiver Einwand, schöner Kommentar, aber sich danach aus der Diskussion auszuklinken, halte ich für keine besonders reife Entscheidung!

Ich betreibe hier einen künstlerisch akzentuierten Vermittlungsauftrag und formuliere Gedanken in der Diskussion zu real existierenden, angetroffenen Lebensverhältnissen, (Texte die ich als Manuskripte verwerte) - der eigene Erkentnisse und meine konkrete Situation wiederspiegelt und was machen Sie?

Herzlichst, ihr B.


+++






----- Original Message -----
From: M.Brust [at] gmx [dot] de
To: thing-frankfurt [at] yahoogroups [dot] de
Sent: Wednesday, March 10, 2010 10:38 AM
Subject: Re: [thing-frankfurt] was machen?



kleiner gemeiner einwurf in eine zunehmend als quälend empfundenen
"diskussion"

ch-ja 12 schrieb:

> Wir werden benützt, vernützt, verführt zu rauschhaftem Konsum,

vom bösen system, dem schlimmen. hauptsache passiv, denn dann sind tür
und tor offen für klagen und jammern.

> Wie ich mir ein Leben vorstellen könnte, wird hier kurz oder lang (im ganzen Film) amüsant gezeigt

bitte! auf gehts. das leben funktioniert am besten, wenn man damit
anfängt, statt filme auf youtube zu gucken.

> Ein Beispiel: Die Nahrungsmittel, die in einer an Kommerz und an Warenform orientierten Welt, zur Ernährung aller zur Verfügung stehen; waren NIEMALS SO KNAPP; WIE HEUTE, IN EINER WELT; die alle technischen Möglichkeiten zur Verfügung hat, alles gleichmäßig und "gerecht", zum Wohle aller, an alle Lebenden zu verteilen.. (eines von 99 Beispielen,..)

ein denkbar gutes beispiel, um zu zeigen, dass meiner erfahrung nach oft
diejenigen am meisten jammern und wehklagen, die am wenigsten ahnung haben.

ein schlechtes beispiel hingegen in jeder anderen hinsicht, denn es ist
schlicht falsch. noch nie in der geschichte der menschheit waren
lebensmittel so überreichlich vorhanden wie in unserer zeit. das dennoch
millionen (ver)hungern, liegt am gleichen system, dass diesen
gigantischen überfluss produziert und große teile davon dann wieder
wegwirft. die verteilung ist das problem, nicht die produktion. in
vorkapitalistischen, subsitenzgeprägten ökonomien waren lebensmittel in
der tat knapp, weil nur wenig überschuss hergestellt wurde. sie reichten
aber für einen prozentual viel größeren anteil der menschheit als heute.


aber damals mussten schließlich auch keine unproduktiven, dafür aber
gründlich wehklagenden "künstler" alimentiert werden


aaahhhh, nun gehts mir gut, das musste raus. und für die nächsten tage
filtere ich die liste wohl besser direkt in ihr postfach. zur
sogenannten "diskussion" hier möchte ich ansonsten noch dringend
anfügen, dass mir die besonneneren stimmen, auch wenn ich nicht alle
teile, vor allem aber die do-it-yourself-ansätze dabei deutlich besser
gefallen als das, wogegen ich heute morgen dringend polemisieren musste.
insbesondere DIY ist ja immer eine feine sache, wenn auch im
global-systemischen rahmen kein allheilmittel.

hugh, ich habe gesprochen!




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