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[thing-group] Received 02. 01. 2010 20:44 from from

Re: Betrifft: Michael Lingner - Kunst und Theorie

Hallo Hr. Beck, schönes neues Jahr/zehnt ebenfalls allen Teilnehmern unserer Diskussionsrunde!
Gesetz der Kunst, ich muss sagen, ich bin immer noch etwas verblüfft.

Kunst nachvollziehbar machen, durch ihren gesetzmäßigen, strukturierten, formalen Aufbau?

Dies spricht doch der Freiheit, die Kunst als Kommunikationsmedium haben sollte/könnte, eventuell in seiner Rigidität etwas entgegen, oder?
Ich zitiere, um es nicht aus den Augen zu verlieren, wieder ihr Lingner-Zitat:
"Nach Lingner sollten wir, nicht nur die Künstler, in erster Linie um der
Sache willen arbeiten. Und dann erst nach ihrer Anerkennung (Geld
etc) schielen."

Gut, sie reden von den "Bedingungen" der Erzeugung von Bildern. Betonen diese denn nicht ebenso den Seins-Zustand in dem man/frau sich als lebendes Wesen, eventuell auch als Mitglied einer Gesellschaft, einer Gruppe, einer Gemeinschaft befindet?

Geht es in der Kunst nicht grundsätzlich eher um Kommunikation/Austausch über Lebenszusammenhänge und Lebensbedingungen, anstelle einer vordergründigen Diskussion über eventuelle Produktionsmethoden und deren Anwendung?

Treffen wir uns dazu dann irgendwann im Kunstgroßhandel, um Keilrahmen, Farben und Pinsel einzukaufen, anstelle uns etwa über grundlegende/bereichernde/erfüllende Erfahrungen und Momente in unserer ExistenZ als Lebewesen auszutauschen?
Dies wäre doch eine Ausgangssituation, alles weitere ist Technik, Umsetzung, Methode.


Darstellung als Surrogat von Inhalt/en?


----- Original Message -----
From: Stefan Beck
To: thing-frankfurt [at] yahoogroups [dot] de
Sent: Saturday, January 02, 2010 5:56 PM
Subject: Re: [thing-frankfurt] Betrifft: Michael Lingner - Kunst und Theorie



Liebe Sabine,

störst Du Dich jetzt am Begriff des Gesetzes?

Ich habe insofern von Gesetzesmöglichkeit gesprochen, als ich auch die
individuelle Findung eines Kunstwerkes für mich als ein Gesetz
akzeptieren kann, nach der ich mich fortan richten möchte.

Ein zB abstraktes Bild zu verstehen, heisst für mich die Bedingungen
seiner Erzeugung nachzuvollziehen und danach möglicherweise auch
abstrakt zu malen.

Wenns das nicht gäbe, wären doch Stile in der Kunst nicht verständlich.

Wir haben ja immer noch die Theorie der Autonomie von Lingner im Auge,
der Autonomie die Bestimmung zur Selbstbestimmung bezeichnete.

Dir und allen anderen ein gutes 2010
Stefan

>
> Guten Abend, Stefan und alle anderen,
>
> ja?, empfindest Du es so, als "Gesetzesmöglichkeiten"...? Ich gar nicht. Ich empfinde es nur als eine "Sprache", unabhängig von Wertung wie "Das könnte Gesetz sein" im Sinne von "es wäre gut", wie z. B. der kategorische Imperativ eine Wertung und ja eine ziemlich vernünftige ist. Ich glaube, der individuelle künstlerische Ausdruck könnte, ja DÜRFTE niemals Gesetz sein, nicht mal ein Gesetzes-Vorschlag. Und zwar weder Umsetzung noch Thema.
>
> Sicher habe ich Dich wieder missverstanden ;-/) ...
>
> Ich wünsche Dir und allen aufrechten Off-Spacern einen guten Übergang und Start in 2010.
>
> Herzliche Grüße,
>
> Sabine
>

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