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[thing-group] Received 12. 01. 2010 22:52 from from

Re: Betrifft: Frage - was geht in der Kunst nicht?

Liebe Sabine,

entschuldige, wenn ich nicht direkt auf Deinem Beitrag zu dem Bild
geantwortet habe. Aus zweierlei Gründen. Zum einen, weil ich manchmal
ganz parallel Gedanken spinne, wie in der Mail zum Unbekannten.

Zum anderen, weil ich den Eindruck hatte, Deine Mail sei diesmal
allgemeiner an alle gerichtet als sonst und ich dachte, na, halt Dich
mal zurück. Vielleicht möchte auch jemand anders mal was sagen und
braucht etwas Zeit.

Also, zum Satz des Bildes:

Alles ist Kunst, solange man damit durchkommt.

Das beinhaltet doch wohl den Hinweis auf eine Instanz, die bestimmt, wo
man mit was durch kommt?

Und der Satz stellt die Entscheidungsfähigkeit der Instanz in Frage.
Durchkommen versteh ich wie, unbemerkt durch die Kontrollen schlüpfen.

Die Pointe ist für mich die. Der oder die Autorin dieses Satzes sagt,
wenngleich es irgendwelche Kriterien geben mag, entscheidend ist, daß es
abgenickt wurde.

Beispielhaft gesprochen hiesse das, Maler ist nicht, wer Farbe auf einen
Träger bringen kann, sondern wer ein entsprechendes Diplom einer
Kunstakademie in der Tasche hat.

Insofern kann ich Deine Schlussfolgerung nicht ganz verstehen:

> wie soll man denn unter den geltenden Voraussetzungen, dass eben doch (fast) alles "geht" in der Kunst, aber Urteile nur mehr Unterstellungen sein können, ANDERS herangehen...?

Die Crux an dem Satz ist doch, daß er einen Unterschied zwischen den
(formal) möglichen Erscheinungsformen von Kunst und ihrer Erlaubtheit
auf einer Meta-Ebene macht.

Soweit das. Zu Deinen Bemerkungen zum Unbekannten komm ich jetzt nicht mehr.

*stefan

>
> Stefan, was mir auffällt:
>
> Du fragst zwar immer rück, aber auf keine meiner Antwortansätze (und das sind sie doch hoffentlich zumindest: Ansätze) gehst Du mit einer konkreten Rückfrage ein; zumindest nicht auf die letzten.
>
> Eigentlich wirfst Du immer neue Dinge auf, während ich mir wünschen würde, Du gingst mal konkret auf eine meiner Aussagen ein. Z. B. auf mein letztes Posting, in dem es um Dein eingestelltes Bild ging. Meine Antwort dazu erklärt m. E. relativ deutlich, wie ich diese Offenheit verstehe.
>
> Auch unsere Briefwechsel davor beinhalteten doch durchaus Aussagen, zu denen man mal konkret etwas sagen kann, oder...? Falls ich derart unverständlich bin, würde ich mir sogar eine SEHR konkrete Nachfrage wünschen und einmal einen Hinweis, WO ich unverständlich bin.
>
> Dass wir unterschiedlich herangehen innerhalb des Metiers, steht wohl so ziemlich außer Frage und würde einiges an Unverständnis erklären, nicht aber Unverständlichkeit...
>
> M. E. funktioniert es nicht, in der Kunst Unbekanntes zu suchen, zumindest nicht bei gleichzeitiger Erwartung, auf diese unbekannte Art berührt zu werden. So wie es klingt, wäre man rein wissenschaftlich unterwegs; SO kann man natürlich Unbekanntes entdecken.
>
> Ich selbst würde den Schwerpunkt immer so legen, dass ich durch das, was ich künstlerisch erlebe, unbekannt DENKE. Wenn jemandem gelingt, dass ich das durch seine Arbeit tun "muss", kann die Arbeit ruhig "nach herkömmlichen Maßstäben" geschaffen sein.
>
> Viele Grüße,
>
> Sabine



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