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[thing-group] Received 25. 01. 2010 21:44 from from

Kunst als Zeichen für sich selbst

Lieber Brentis,
ich wundere mich nun, denn die Formulierung "Kunst als Zeichen für sich
selbst" habe ich Deinem Text entnommen. Und nun ist sie Dir "schwer
verständlich"?

Ich geb zu, mir ist nicht ganz klar, was "Kunst als Zeichen für sich
selbst" wirklich meint, aber innerhalb der Argumentation ist sie das
Gegenteil des "um des Profits willen hergestellten "Schund(s)"".

Deine nachfolgenden Zeilen zur Lage der bildenden Künstler, die mir sehr
wohl bekannt ist, lassen mich schliessen, als wäre "Kunst als Zeichen
für sich selbst" eine Art Leerstelle, die von der materiellen Lage der
Künstler abstrahiert.

Das mag möglich sein, passt aber gar nicht zur Argumentation Deines Textes.

> Geehrter Hr. Beck,
> ihr freundlicher Zynismus ist nachvollziehbar, nur: Kunst als "Zeichen für sich selbst".
> Das ist mir schwer verständlich. Oder soll jener Vorschlag etwa bedeuten, das Kunst und Kunstschaffende sich an der schieren Existenz ihrer Selbst und ihrer etwaigen Kunstwerke zumindest erfreuen mögen?
> In einem anderen Zusammenhang, als an dieser wenig rosigen, aktuellen gesellschaftlichen Situation gemessen, sicher ein respektabler Vorschlag.
>
> Untermauert ebenfalls durch folgende Anlayse, von besser besoldeten Brotschreibern verfasst, wie diese mittlerweile ihre "Kollegen" sehen, Stichwort: "Erbärmlichkeit":
>
> Jedem, (...), ist klar, dass alle Kunst, mit der Kulturschaffende ihr Brot verdienen, verblassen muss gegenüber der so genannten Lebenskunst dieser marginalisierten Kreativhelden - Lebenskunst ist hier der Euphemismus für einen verlustreichen Lebenskampf zwischen poetischem Höhenflug und trivialer Überlebenssorge."
>
> "In der aktuellen Diskussion um soziale Gerechtigkeit wirkt die Forderung nach Abschaffung der Künstlerkasse (Ende 2007) wie ein gezielter Tiefschlag. Er trifft eine Einkommensgruppe, die trotz ihres stolzen Selbstbildes einer gewollten Außenseiter- und Kreativexistenz zu den wirtschaftlich und sozial Deklassierten des Landes gehört. Allein die Zahlen verraten schiere Erbärmlichkeit. Das durchschnittliche Einkommen aller versicherten Künstler und Publizisten liegt derzeit unter 1000 Euro brutto im Monat.
>
> aus: http://www.sueddeutsche.de/kultur/397/428152/text/
>
>
>
> Vielleicht sollte man den etablierten und materiell erfolgreichen Kunstschaffenden endlich nahe legen, anstelle etwa nur Schlösser und Pomp zu investieren, (wie etwa Th. Gottschalk,...) ab einer gewissen Einkommenshöhe, für 10 verarmte Künstler zumindest die KSK Beiträge zu begleichen. Das wäre doch endlich wieder gelebte Solidarität und soziales Verhalten. Oder erscheint ihnen dieser Vorschlag, Hr.Beck zu wenig marktwirtschaftlich?
>
>

Ursprünglicher Text (Zitat Moshe Zuckermann?):

> > Wenn es stimmt, daß Kunst nicht mehr Zeichen für sich selbst, sondern vor
> > allem Zeichen für ihren Geldwert sei, dann betrifft diese Feststellung nicht
> > nur den Tauschwert von guter Kunst, sondern vor allem den um des Profits
> > willen hergestellten "Schund", eben die mit der Hinwendung zum Markt,
> > (mithin zum "Publikum") fabrizierten Produkte einer Kulturindustrie, die
> > sich ihrer Eigenart als etwas von Kunst Abstammendem so weit entledigt hat,
> > das sie erklärtermaßen nichts anderes als Waren produzieren will, nichts als
> > ständige Profitmaximierung im Auge hat.Was dieser geheiligten Maxime nicht
> > genügt, beim "Publikum" quotenmäßig nicht "ankommt". also nicht den
> > erhofften Profit einbringt, wird "vom Programm abgesetzt".




--


The Thing Frankfurt
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